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KREUZWORT am 9.12. mit crauss., Jan Skudlarek und Chloe Zeegen

4 Dez

Immerhin: Es hat noch nicht geschneit und Berlin fröstelt nur gräu(s)lich vor sich hin, statt im Schneewasserdreckmatsch zu ersaufen. Das sind doch, den Umständen entsprechend, gute Nachrichten. Und es ist mal wieder Kreuzwort, was für euch – da lass ich nichts anderes gelten – umstandslos gute Nachrichten sind. Diesmal freuen wir uns auf drei bekannte Gesichter. crauss. hatte bereits vor einiger Zeit bei uns gelesen und damals schon Jan Skudlarek im Schlepptau. Der allerdings ist ja schon vorher und nachher immer schon unser liebster Stammgast (sorry an alle anderen!) gewesen. Jan beziehungsweise der Arbeit des famosen STILL-Magazins, in deren Redaktion er sitzt (obwohl die, so vermuten wir, eher im Liegen arbeiten), haben wir es auch zu verdanken, dass wir auf Chloe Zeegen aufmerksam wurden. Sie las im Juni bei uns und ist nun mit einer anderen Geschichte aus ihrem soeben bei mikrotext erschienenen eBook I love myself ok? dabei. Jan hat auch vor Kurzem sein Debüt vorgelegt: elektrosmog ist kürzlich bei luxbooks veröffentlicht worden und kann bei uns vom Büchertisch weggegrabbelt werden. Und crauss.? Der hat doch mindestens fünf neue Bücher in die Diskurssuppe gespuckt, seitdem er vor anderthalb Jahren bei uns eine Lakritzvergiftung erlitt. Schönheit des Wassers zum Beispiel, im stets verlässlichen Verlagshaus J. Frank.

Also, wen von den Dreien sollten wir nun ins Rampenlicht rücken? Wie immer: Alle. Vor allem aber den Spaß. Das ist der Vierte im Bunde. Er kommt gegen 20h pünktlich zum Einlass in den Damensalon in der Reuterstraße 39 (leicht zu erreichen von der U Hermannplatz oder der U Schönleinstraße) und trinkt dort ein paar Gin Basil Smash, bis um 21h, wenn die Lesung beginnt. Neben dem Schnapsbudget hat er natürlich auch die 3€ Eintritt einstecken. Ist ja ein smoother Bursch, dieser Spaß. Ihr solltet ihn kennenlernen, ernsthaft. Und nebenbei natürlich noch einer schönen, abwechslungsreichen Lesung beiwohnen, die euch mit viel Feel-Good-Molekülen den Solar Plexus wärmen und den Grauschleier von der Stadt reißen wird. Versprochen.

P5307795-(Crauss-2013)locrauss., *1971 in Siegen / D, lebt dort. Literaturstudium, Dozent für Kreatives Schreiben, Museumstänzer, Werbetexter, Postsortierer. Mitglied verschiedener Literaturgruppen; ausgezeichnet mit Stipendien und Literaturpreisen. Letzte Veröffentlichungen: MOTORRADHELD (prosa, 2009), LAKRITZVERGIFTUNG (juicy transversions, 2011) und SCHÖNHEIT DES WASSERS (gedichte, 2013). Mehr auf www.crauss.de

crauss trance

1427851Jan Skudlarek, geboren 1986, wohnhaft in Berlin. Sein Gedichtband »elektrosmog« erschien vor Kurzem bei Luxbooks. Als Kreuzwortstammgast freut er sich, sein Buch vorstellen zu dürfen.

herrenlosigkeit Chloe Zeegen, born 1980 in the United Kingdom, gave up a successful career in arts management in London to move to Berlin in early 2012 and focus on her work as an artist and writer. Her writing is published online and has recently appeared in the debut issue of STILL magazine for young literature and photography. Her first ebook I love myself ok? was recently published by mikrotext.

Excerpt from Bierpinsel and Fuck Trauma

It’s called the Bierpinsel and I didn’t know it was in Steglitz until I moved there but I would have moved here if I’d known it was here so it’s a good job I moved there. Isn’t it? Isn’t it. Say it so I can hear you. I can see it from my flat and I can see it when I walk down the street and I can see it when I come in from the snow. Did you hear the one about the man who went into the field and it was snowing and there was all that stuff about stolen money?

Some people preferred it before it was repainted but I like it now that it’s all dolled up. When I’m far away from it, I can see it’s frightening but when I’m close to it, it charms me into accepting something.

Mit Chloe habe ich mich selbst übrigens mal über den Bierpinsel unterhalten, Nikola Richter von mikrotext hat es mitgeschnitten und das Video gestaltet sich so:

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KREUZWORT am 26.03.: K. AMES, P. DIETZE, S. KORNAPPEL & D. KRAUS

22 Mrz

Fadenscheinige Jubiläen sind insofern super, als dass sie mir gedankliche Arbeit abnehmen. Nachdem ich häufiger bereits die besten Suchbegriffe aufgezählt habe, mithilfe derer dieser Blog via google gefunden werden kann (die Highlights der letzten 30 Tage: „bülent trink nicht so viel kaffee kinderchor“, „wodkatampong“, „schlagschatten rahmen angehobene ecken“ und – als garantiert kontextfreier Kalauer – „darmstadt straßenstrich“) und viel aus meinem Privatleben erzählt habe, kann ich mich diesmal beruhigt zurücklehnen und verkünden: KREUZWORT wird 1 1/2 Jahre alt! Als Aufhänger wie auch als Anlass optimal.

Vielleicht, vielleicht aber auch nicht mit Partyhütchen versehen erscheinen am 26.03. dann Konstantin Ames, Peter Dietze, Simone Kornappel und Dagmara Kraus bei uns. Ihr könnt ebenfalls dabei sein. Geschenke sind gern gesehen, 3€ Eintritt sollten ebenso eingeplant werden wie festes Schuhwerk. Einlass ist ab 20h und sollten Euch Eure Eltern des nachts abholen, sagt ihnen bitte, dass die Party in der Reuterstraße 39 stattfindet, genauer gesagt im Damensalon. Statt in Zellophanpapier eingewickelte Bonschen könntet Ihr alternativ auch Konstantin Ames‚ letzten Band mit nach Hause nehmen, der fast so alt ist wie wir. Oder Dagmara Kraus‚ Debüt, das erst vor Kurzem das Licht der Leipziger Buchmesse erblickte. Oder die Hoffnung, dass Simone Kornappels Erstling ebenfalls bald seinen Weg in unsere Bücherregale findet. Oder vielleicht verrät Euch Peter Dietze, ob er auch schon was in Planung hat. Oder einfach eine Menge Spaß. Tröt.

Konstantin Ames. Geboren 1979. Lebt als Autor, Übersetzer und Texter in Berlin. Das Debüt „Alsohäute“ erschien 2010 in der von Urs Engeler herausgegebenen Reihe roughbooks. Zuletzt erschien, im Literaturheft randnummer ein Ausschnitt aus dem Roman „Verbleichen immer, verblichen nimmer“

Einen Ausschnitt aus dem Essay hmlich ist hier als PDF einseh- und anlesbar.

Peter Dietze. 1987 in Dresden geboren, studierte Geschichte und Literatur in Erfurt und Ústí n. L., seit 2011 in Frankfurt/O. Lebt und arbeitet in Berlin. Veröffentlichungen u.a.
in den Zeitschriften hEFt, h_aluze, randnummer und trashpool. Mitherausgeber des WORTWUCHS Literaturjournals.

Simone Kornappel. Mitherausgeberin der randnummer literaturhefte und -betreiberin von lyrikkritik.de. Debüt „Raumanzug“ bald bei luxbooks.

Klicken und in völler Gänze genießen (aber bitte nicht raubkopieren!):

Dagmara Kraus, 1981 in Wrocław geboren, studierte Komparatistik und Kunstgeschichte in Leipzig, Berlin und Paris und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut. Soeben ist „kummerang“, ihr Debüt, bei kookbooks erschienen sowie eine Auswahl von Gedichten Miron Białoszewskis in ihrer Übersetzung bei Reinecke & Voß.

außerbetrieb: Die Lettrétage übernimmt KREUZWORT am 10.10. (ACHTUNG: Ortswechsel!)

5 Okt

So sieht’s aus: „außerbetrieb“ heißt ja nicht nur, dass wir Tom, Moritz und Katharina in der Lettrétage alle Arbeit abnehmen – nein, die müssen sich auch revanchieren. Deswegen freuen wir uns, das Ende der Sommerpause einleiten zu können und uns dabei trotzdem noch zurücklehnen dürfen.

Passend zur neuen Ära (naja, immerhin: wir gehen ins zweite Jahr!) wechseln wir auch den Veranstaltungsort und befinden uns ab nun an im Damensalon in der Reuterstraße 39, Berlin-Kreuzkölln (das muss ich jetzt schreiben, sonst wird wegen unseres Namens gemeckert).

Genauer: An der Ecke zur Pflügerstraße, erreichbar mit/durch: U Hermannplatz/Schönleinstraße, H Pflügerstraße Bus 194 (aus Fhain), M29. Eintritt beträgt 3€. Eintritt ab 19h45!

Wir werden uns also fein raushalten und zitieren nur aus einem Bekennervideo, welches die Lettrétage auf extremistischen Poesieseiten hochgeladen hat und in dem sie Ziele und Namen nennen:

Die Lettrétage übernimmt Kreuzwort. Aber keine Angst, euch wird weiterhin high-class-adult-entertainment-Poesie vom Feinsten geboten:

Sandra Trojan ist in der Stadt, und schreibt sich während ihres Stipendienaufenthalts in der Villa des lcb am Wannsee die Finger wund. Gönnen wir ihr eine kleine Pause und uns eine Kostprobe ihres Tuns!

Katharina Schultens, Kreuzbergerin und Katholikin, liefert gierstabile Qualität in den Versen ihres diesjährig bei luxbooks erschienen Gedichtbands. Höchste Zeit, die Prophetin der Erkenntnis auch im eigenen Lande zu Wort kommen zu lassen!

Tom Bresemann, geboren in der Hauptstadt der DDR lebt er mittlerweile in der Hauptstadt der Welt: Neukölln. Sein zweiter Gedichtband „Berliner Fenster“ ist soeben erschienen. Come in and find out!

VITEN & GEDICHTE

SCHULTENS

„Schultens’ Verse bleiben haften, ohne klebrig zu sein. So oft sie auch überfordern, so oft fordern sie zum Nachdenken heraus. Diese Lyrik ist noch auf dem Weg begriffen, entwickelt sich aber unaufhörlich fort. Wie ein Fahrzeug, das sich ohne weiteres Eingreifen von außen geradeaus bewegt. Das ist ja schließlich auch die Definition des Begriffes Gierstabilität. Einen besseren Titel hätte der Band nicht haben können.“ (Junge Welt)

Katharina Schultens, geboren 1980 in Rheinland-Pfalz, arbeitet seit 2006 als Forschungsreferentin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Diverse Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien (zuletzt ostragehege, randnummer, shampoo, bella triste, Lyrik von Jetzt II, Neubuch). 2004 ein Debütband im Rhein-Mosel-Verlag; 2011 als zweiter Band  „gierstabil“ im Wiesbadener luxbooks-Verlag. Preisgeld gabs auch, besten Dank: 2005, 2007 und 2009.

forum

um zu sprechen, vergiß zunächst alle, die diesen luxus nicht haben. erinnere dich
erst ganz am schluß. dazu später. vergiß (unvollständige liste): traumata – kindliche
inklusive – , ehemalige wie zu erledigende lieben + sorgen, dieses eine geringfügige
scheitern, das sich später als entscheidender punkt erwies, tod angehöriger und
geburt etwaiger kinder, gib überhaupt dein geschlecht ab: falls du mitten im raum
stehen solltest, wirfs nach hinten, es fängt garantiert wer, den bügel zur anderen
hand, es dir anschließend überzuziehn. die schönheit, falls du sie trägst, leg ab
falls dein spezifisches alter sich mit überzeugung zu wort melden sollte, im rahmen
von erkenntnissen darüber, was jeweils jüngere unbedingt wissen müßten, dann
ignorier es, mit überzeugung und selig. ignorier auch den impetus zur wiederholung
schieb die emphase zur seite, spar die evokation jedweder baratmosphäre oder des
zugehörigen kippens vom hocker ins bett: fort, laß bloß nicht bleiben, sondern sein
und unter diesen voraussetzungen, die ich kurz mal bezeichnete als: entferne
den schutz – steh nicht im akkord, der dann einsetzt. laß die trance denen
die sie beherrschen. sprich, was dann übrig, bestenfalls denen, die übrig
(s.o.) aus.

TROJAN

Ein kleiner zusammengekauerter König ziert das Cover. Das kann trügen. Denn die Gedichte der studierten Amerikanistin und Journalistin sind nicht märchenhaft, nicht romantisch. Und eigentlich auch nicht lyrisch. Was wohl tut, wenn man sich an sich einmal wieder den Magen verdorben hat mit gezuckerter deutscher Lyrik. (Leipziger Internetzeitung)

Sandra Trojan, geboren 1980 in Winterberg. Studium der Amerikanistik, Journalisik und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Leipzig, anschließend am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Arbeitet als Autorin und Übersetzerin und unterrichtet kreatives Schreiben an Schulen. Derzeit ist sie Stipendiadtin des lcb.

Ihr Debüt ‚Um uns arm zu machen‘ erschien 2009 im Verlag poetenladen.

Läutern // Zu müde in Bienen zu sprechen
Ich sollte ganz einfach sprechen: von dir, und von mir, Pathogenen.
Von Lippen, schlaff hängenden Netzen, von letzten Worten
ins Dunkel gemurmelt: Machs gut. // Machs gut.

Ein wachsbeflecktes Wort deckt jedes zweite Bild ab.
Ich will doch nur gewahren, was darunter liegt:

ein Zwang, der die Mundhöhle infiziert
eine Litanei, die meist auf Assonanzen stößt.

Nie hört es auf: Zu tief hast du die Akkorde
mit deinen Händen gehämmert, geborgte Worte, spitz
wie Meißel, nur nicht so wahr. // Und endlich zu den Bienen:

nicht von Natur aus garstig, nur ihr Terrain bewahrend
mit Tendenz zum Jähzorn, ist die Dame dahin oder fort //

ist was ich schrieb, aber wurde so müde, so elend mir
von ihrem Dröhnen, dass ich die Wange gegen die Tischkante rieb

// und weinte.

BRESEMANN

Bresemanns Kritik an den Verhältnissen ist subtil – und vor allem poetisch. (Berliner Literaturkritik)

„Das ist schlechter als drittklassiger Poetryslam“ (Raoul Schrott bei der Endrunde des Leonce und Lena Preises 2011)

Tom Bresemann, geboren 1978 in Berlin, Lettrétage und S³ LiteraturWerke Mitbegründer, Herausgeber, Übersetzer, Hundebesitzer, Krawattenträger, Espressosuchtgeschädigter etc. (diese fläche steht nun ihrer werbung frei)

aktuelles Buch: Berliner Fenster (Berlin Verlag) // berlinerfenster-gedichte.de

wenn
                          Auf das Notwendige kann ich verzichten.

wenn ich reich bin ziehe ich nur noch 100%
rein zerstoßenes geld durch die nase.

wenn ich reich bin baue ich kein haus,
ich kauf mir eure.

wenn ich reich bin gestatte ich nur noch apartesten
gleichnissen meiner langweile ausdruck zu verleihen.

exquisite buffetstrecken voll ausgestorbener
köstlichkeiten werde ich, wenn ich reich bin, veranstalten.

wenn ich reich bin werde ich auch schwul.

alle werden mich lieb und teuer halten
denn ich werde verstehen die leere auszukosten.