Tag Archives: Literatur

KREUZWORT am 21. Oktober mit LESS, REICH, SCHULTENS und STEINBUCH (kein Scherz, machen wir echt)

14 Okt

Das Tolle am Nie-Geld-Verdient-Haben ist ja, dass dir niemals niemand vorwerfen kann, du habest dich ausverkauft. Was ihr uns jetzt allerdings vorwerfen könntet: Nostalgie. Ist uns aber wumpe, wir leben doch nicht nach eurem kleingeistigen Zeitdiktat. Sondern ständig und überall, querwärts und überhaupt zu viel. Deswegen: Wir schmeißen mal wieder eine Lesung. Einfach weilwegen.

Ende 2013 war Schluss, mit einem Nebensatz und einem powered-by-Kate-Blogeintrag, der sich viel um Pasta mit Tomatensauce drehte. Danach haben weder Carolin noch ich so wirklich runtergeschraubt, wie das eigentlich der Plan war, sondern sind durch ein Chaos nach dem nächsten gesurft. Egal, interessiert euch nicht und selbst uns nicht so sehr.
 

Zumal wir ja ständige Vertretung erhalten haben. Von Kids, die das cooler deichseln als wir. Wir konnten uns als beruhigt schneckenhäuseln und uns die Plautze streicheln (jeweils, nicht gegenseitig – um hier eventuellen Gerüchten oder meinetwegen auch Gerüchen vorzubeugen). Mehr als Paste mit Tomatensauce war allerdings kaum drin, allein schon weil ich ein sehr einfallsloser Mensch bin. Habe aber zwischenzeitlich Zucchini für mich entdeckt, es ist romantisch.

Jedenfalls: War gut, war prima. Aber dann? Sehnsucht? Wiederaufquellende Leidenschaft? Neugeschöpfter Idealismus? Doch finanziöse Gefühle?

Nee, Bier.
 
Irgendwann im September schmiss ich Platten auf Teller und Carolin war dabei und wir beide voll mit Bier und dann voll so:
EY WÄR DOCH WITZIG WENN WIR
JA HAHA EIGENTLICH SCHON NE
NE
JA NE
JA DANN LASS DOCH MACHEN
HAHA OKAY NE
NE IST DOCH COOL
JA NE
BOAH COOL NE
JA NE EH
LASS NOCH MALN BIER DRAUF
JAU GERNE DIGGA
COOL DIGGI
(Gedächtnisprotokoll)
Dann, nach einer nüchternen und professionösen Strategieplanung via Facebook-Chat inkl. bunten .gif-Stickern (der mit dem Hund, der dem anderen Hund am Hintern riecht ist megasweet – Analgesicht nennt sich das übrigens in der Fachsprache), stand das Datum fest: 27. September, quasi also fünfter Geburtstag.
Weil der erste Termin am auch am 27. September war, nur fünf Jahre vorher. Gebt zu, das ergibt frappierend viel Sinn, ne?
Nach ein bisschen Rumdoodelei und Nichtstuerei wurden ein paar Namen mit den dazugehörigen Menschen und Einverständniserklärungen gefunden und dann schaute Carolin mal wieder im Damensalon vorbei und wir freuen uns jetzt auf den 21. Oktober statt dem 27. September (das wär uns zu lange hin) mit Georg Leß, Stephan Reich, Katharina Schultens und Gerhild Steinbuch und Kate Bush weil Kate Bush ist immer.
 

Einlass ab 20 Uhr (ihr wisst, was das heißt), halbtrunkene Anmoderation ab 21 Uhr (keine Viten), echte Gefühle für ca. 1 1/2, danach Kickern, Bier und markige Sprüche mit adaptiertem und/oder vollgefälschtem Dialekt.

Damage 3€, um Kicker- und Bierkosten zu kompensieren. Wir haben das Nie-Geld-Verdient-Haben schließlich nicht verlernt. Soll uns ja niemand was vorwerfen können. Niemals.

Aber geht’s danach weiter, Kristoffer?

Lol, nein. Lol. Sowas von überhaupt nicht.

Advertisements

KREUZWORT am 9.12. mit crauss., Jan Skudlarek und Chloe Zeegen

4 Dez

Immerhin: Es hat noch nicht geschneit und Berlin fröstelt nur gräu(s)lich vor sich hin, statt im Schneewasserdreckmatsch zu ersaufen. Das sind doch, den Umständen entsprechend, gute Nachrichten. Und es ist mal wieder Kreuzwort, was für euch – da lass ich nichts anderes gelten – umstandslos gute Nachrichten sind. Diesmal freuen wir uns auf drei bekannte Gesichter. crauss. hatte bereits vor einiger Zeit bei uns gelesen und damals schon Jan Skudlarek im Schlepptau. Der allerdings ist ja schon vorher und nachher immer schon unser liebster Stammgast (sorry an alle anderen!) gewesen. Jan beziehungsweise der Arbeit des famosen STILL-Magazins, in deren Redaktion er sitzt (obwohl die, so vermuten wir, eher im Liegen arbeiten), haben wir es auch zu verdanken, dass wir auf Chloe Zeegen aufmerksam wurden. Sie las im Juni bei uns und ist nun mit einer anderen Geschichte aus ihrem soeben bei mikrotext erschienenen eBook I love myself ok? dabei. Jan hat auch vor Kurzem sein Debüt vorgelegt: elektrosmog ist kürzlich bei luxbooks veröffentlicht worden und kann bei uns vom Büchertisch weggegrabbelt werden. Und crauss.? Der hat doch mindestens fünf neue Bücher in die Diskurssuppe gespuckt, seitdem er vor anderthalb Jahren bei uns eine Lakritzvergiftung erlitt. Schönheit des Wassers zum Beispiel, im stets verlässlichen Verlagshaus J. Frank.

Also, wen von den Dreien sollten wir nun ins Rampenlicht rücken? Wie immer: Alle. Vor allem aber den Spaß. Das ist der Vierte im Bunde. Er kommt gegen 20h pünktlich zum Einlass in den Damensalon in der Reuterstraße 39 (leicht zu erreichen von der U Hermannplatz oder der U Schönleinstraße) und trinkt dort ein paar Gin Basil Smash, bis um 21h, wenn die Lesung beginnt. Neben dem Schnapsbudget hat er natürlich auch die 3€ Eintritt einstecken. Ist ja ein smoother Bursch, dieser Spaß. Ihr solltet ihn kennenlernen, ernsthaft. Und nebenbei natürlich noch einer schönen, abwechslungsreichen Lesung beiwohnen, die euch mit viel Feel-Good-Molekülen den Solar Plexus wärmen und den Grauschleier von der Stadt reißen wird. Versprochen.

P5307795-(Crauss-2013)locrauss., *1971 in Siegen / D, lebt dort. Literaturstudium, Dozent für Kreatives Schreiben, Museumstänzer, Werbetexter, Postsortierer. Mitglied verschiedener Literaturgruppen; ausgezeichnet mit Stipendien und Literaturpreisen. Letzte Veröffentlichungen: MOTORRADHELD (prosa, 2009), LAKRITZVERGIFTUNG (juicy transversions, 2011) und SCHÖNHEIT DES WASSERS (gedichte, 2013). Mehr auf www.crauss.de

crauss trance

1427851Jan Skudlarek, geboren 1986, wohnhaft in Berlin. Sein Gedichtband »elektrosmog« erschien vor Kurzem bei Luxbooks. Als Kreuzwortstammgast freut er sich, sein Buch vorstellen zu dürfen.

herrenlosigkeit Chloe Zeegen, born 1980 in the United Kingdom, gave up a successful career in arts management in London to move to Berlin in early 2012 and focus on her work as an artist and writer. Her writing is published online and has recently appeared in the debut issue of STILL magazine for young literature and photography. Her first ebook I love myself ok? was recently published by mikrotext.

Excerpt from Bierpinsel and Fuck Trauma

It’s called the Bierpinsel and I didn’t know it was in Steglitz until I moved there but I would have moved here if I’d known it was here so it’s a good job I moved there. Isn’t it? Isn’t it. Say it so I can hear you. I can see it from my flat and I can see it when I walk down the street and I can see it when I come in from the snow. Did you hear the one about the man who went into the field and it was snowing and there was all that stuff about stolen money?

Some people preferred it before it was repainted but I like it now that it’s all dolled up. When I’m far away from it, I can see it’s frightening but when I’m close to it, it charms me into accepting something.

Mit Chloe habe ich mich selbst übrigens mal über den Bierpinsel unterhalten, Nikola Richter von mikrotext hat es mitgeschnitten und das Video gestaltet sich so:

Lesung Weltklang 2014 a.k.a. KREUZTORP am 14.10. mit RAMMSTEDT, SCHOCH und WINKLER

5 Okt

Hä, Weltklang? 2014? Nein, keine Sorge, so sehr haben wir uns während der Kreuzwort-Auszeit nicht das Hirn aufgeweicht. Obwohl, doch, ein bisschen vielleicht. So oder so: Wir stehen ja zu unseren Wörtern, deswegen kriegt der prachtvolle Ron Winkler auch das, was ich ihm mal auf Facebook versprach:

Ron Winkler Torp

Und deswegen heißt unsere Comeback-Veranstaltung jetzt eben Weltklang 2014. Klar? Es trifft sich natürlich schön, dass besagter Torp natürlich auch dabei sein und eventuell sogar prügeln wird. Keine Sorge, dabei handelt es sich nicht um das Wettspielportal TORP – Tennis Online Rheinland-Pfalz, sondern um diesen munteren Burschen. Jetzt mit noch mehr neuen Wimpern. Und nicht nur das Törpchen wird Ron bei der inoffiziellen Buchpremiere slash 3-Jahre-Kreuzwort-Sause begleiten, sondern auch Tilman Rammstedt und Julia Schoch, die sich ebenfalls am 14. Oktober bei uns die Ehre geben werden. Äh, wo noch mal? Achja, im Damensalon in der Reuterstraße 39 (Nähe U Hermannplatz oder Schönleinstraße). Und wie war das noch mal, wann fangen wir für gewöhnlich an? Achja, um 20h beginnt der Einlass und ab 21h geht es dann pünktlich mit der Lesung los. Die 3€ Eintrittsmoney solltet ihr zu allem Überfluss nicht vergessen und ruhig noch etwas mehr einstecken, denn schließlich habt ihr sicherlich seit Ewigkeiten keinen Gin Basil Smash mehr getrunken und solltet dementsprechend einiges nachholen. Wir machen auch mit, versprochen.

 

Tilman Rammstedt wurde 1975 in Bielefeld geboren und lebt in Berlin. Er studierte eine ganze Reihe von Dingen in Edinburgh, Tübingen und Berlin. Statt einer Magisterarbeit schrieb er aber sein erstes Buch.

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in Mecklenburg. Lebt in Potsdam. Studium der Germanistik und Romanistik. Sie veröffentlichte im Piper-Verlag Der Körper des Salamanders (2001), Verabredungen mit Mattok (2004). Ihr Roman Mit der Geschwindigkeit des Sommers (2009) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zuletzt erschien Selbstporträt mit Bonaparte. Sie erhielt u.a. den Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und den André-Gide-Preis für Literaturübersetzungen.

aus: Steltz & Brezoianu – Ein Mosaik für Leidenschaftliche, 2007

 

Berlin/ Belém (via Frankfurt a.M. und Brasilia)

Brezoianu brachte Steltz, die zu einer weiten Reise aufbrach, zum Flughafen. Bevor sie durch die Paßkontrolle davonging, verabschiedete er sich von ihr: Ich liebe dich.

Wie sonderbar, daß du diesen Satz noch nie bei meiner Ankunft gesagt hast, erwiderte Steltz und strich nachdenklich über Brezoianus breite Koteletten.

Ron Winkler, 1973 im Bezirk Gera geboren und aufgewachsen mit Blick auf fremde Äpfelbäume und einen Bergsturz. Sechsjährige Ausbildung zum Judoka, sporadische Teilnahme an der Schülerakademie (»Tarnung, Warnung und Signal: Die Farben der Tiere«) und mit einsetzender Adoleszenz Engagement in den FKR Literatur und Sozialistische Landesgestaltung (Pflege eines Orchideeotops). Diverse Besuche der Großeltern mittels eines Ikarus 66. Ungesühnte Straftaten: Inbrandsetzung einer Mülldeponie (Zetti-Süßwaren-Tüten-Fehldrucke, Chemikalien, künstliche Nieren, Hausmüll).
Ron Winkler hat eine Leerstelle für Torp und widmet sich neuerdings der sinnlichen Katzendokumentation.

Jetzt draußen: Prachtvolle Mitternacht (Schöffling & Co.) sowie Torp. Neue Wimpern.

Torp war in eine Familie Torp hineingeboren worden. Sein Vater war lange Zeit dritter stellvertretender Direktor beim Zirkus Horoscopani. Sein Vater hatte schon als junger Mann den Fujimanjaro bestiegen. Sein Vater hatte Brauen groß wie die Raupen des Tagpfauenauges. Sein Vater litt an chthonischem Husten. Sein Vater hatte auf Schaukeln wippen können. Sein Vater fand die Nanosekunde schön. Sein Vater vermochte die jeweilige Stunde
am Klang der Stadt zu erkennen. Seine Mutter aber war etwas Besonderes.

KREUZWORT xt STILL mit: ANDERSON, KRAXNER, PFISTER & WESTHEUSER

7 Mai

Wer uns kennt, weiß: Wir lieben die Overachiever von S T I L L. Obwohl ich zum Beispiel immer noch nicht mein Exemplar der Zeitschrift bekommen habe. Nicht, dass ich sauer wäre oder so. Sauer werde ich ja nur, wenn ich mit denen noch klären muss, wie unser gemeinsames Event am 13. Mai heißen soll. „STILL bei kreuzwort? kreuzwort feat. STILL?“, hieß es von deren Seite. Wer uns kennt, weiß: Namen finden und uns dann auch nicht einig sein, das ist nicht unsere Stärke. „stilles wort?“ funkte die Katze mit der großen Brille (kleiner Tipp: nicht ich) durch den Facebook-Chat zurück. Und insistierte yodaesk: „STILLES WORT STILLES WORT STILLES WORT. betrunken ich noch bin.“ Eventuell habe ich mir das aber nur ausgedacht. Eventuell nicht und wir kommunizieren tatsächlich so. So oder so: Ich habe mich dann für KREUZWORT x STILL entschlossen (weil ich den Blog schmeisse und aus anderen Gründen, die ich hier nicht nennen möchte) und dann noch ein t eingefügt, weil, na ja, wer uns kennt, weiß: Saufjargon ist unser Ding. Einfach so, weil das ja witzig ist. Haha. Hm.

Wie dem auch sei: Sonst mussten wir mal wieder wenig machen, was uns ja immer freut. Dann bleibt mehr Zeit zum Nichtstun. Die S T I L L-Gang schaufelte uns also Namen zu und wir freuten uns. Auf Shane Anderson, Petra Maria Kraxner und Lyz Pfister. Und auf Linus Westheuser, der wohl dabei sein wird, um Übersetzungen vorzutragen. Kein Grund sich nicht oder weniger zu freuen, eher noch mehr! Deshalb: Zieht euch dem Wetter entsprechend an, legt einen eurer Laune entsprechenden Gesichtsausdruck auf, packt euch Geld – mindestens aber 3€ Eintritt (oder aber mehr, um weniger zu bezahlen, siehe unten!) – in den Brustbeutel und strömt ab 20h in den Damensalon in der Reuterstraße 39 und Berlin-Neukölle. iPod mit De Höhner-Playlist nicht vergessen, einfach so aus Ironie wegen des Tippfehlers eben.

Und ja, werdet ihr euch fragen, WTF, Alter, keine Ahnung, was S T I L L ist, LOL. Das Label von MC Fitti? Noch nicht (die arbeiten bestimmt aber dran). Erstmal ist S T I L L in eigenen Worten:

You read so hard you get paper cuts? S T I L L ist ein Magazin voller neuer Geschichten und junger Fotografie. Zweimal jährlich auf Papier präsentiert es Fotokunst und junge deutsche Literatur. Ob Kurzgeschichten, Romanauszüge, Lyrik oder Drama — S T I L L steht für fiktionale Texte und Geschichten voller Fantasie genauso wie für internationale junge Fotokunst. Große Fotostrecken treffen auf Literatur und junge Autoren auf alteingesessene. Und egal, wie lange die Autoren schon schreiben: die besten Texte erscheinen zum ersten Mal bei S T I L L !

At the still point, there the dance is.

Das Debüt, mit Texten und Bildern von Andreas Stichmann, Lyz Pfister, Friederike Mayröcker, Crauss, Chloe Zeegen, Jan Wagner, Linus Westheuser, Petra Maria Kraxner, Stefanie de Velasco, Björn Siebert, Ali Taptık u.v.m.

 

Sieht so aus:

Still Cover

 

Angefasst dann so:


 

Ihr könnt sie an diesem schönen Maimontag auch kaufen, sogar billiger: Eine Ausgabe S T I L L + Eintritt = 9€. Was eigentlich dem regulären Preis der Zeitschrift entspricht. Nur habt ihr hier auch den Eintritt drin, der sich wie gewohnt auf 3€ beläuft. Entweder: 3€ für Eintritt allein oder 9€ für Eintritt + S T I L L. Klingt einfach, war aber nicht so simpel, das gemeinsam auszuklabustern (via Facebook natürlich).

 

Da kümmern die sich drum. Wir schlürfen Cocktails und Krusovice oder diesen Weißwein, der uns immer so furchtbar betrunken macht (also mich vor allem).

 

Shane Anderson wurde 1982 in Kalifornien/USA geboren. Seit 2005 lebt er in Berlin. Seine Lyrik und Prosa erschien in Magazinen wie Hilda, kill author und im Playbill zu Matthew Barneys KHU. Sein aktueller Gedichtband, Études des Gottnarrenmaschinen, erschien 2012 bei Broken Dimanche. Er arbeitet zudem als Übersetzer, kürzlich u.a. mit Uljana Wolf. www.shane-anderson.blogspot.de. In S T I L L erschienen zwei seiner Gedichte, die zudem von Linus Westheuser ins Deutsche übersetzt wurden. Linus Westheuser, wurde 1989 in Berlin geboren, studiert Soziologie und schreibt Lyrik. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt Bella triste 33. Die in S T I L L veröffentlichten Texte sind seine ersten Lyrikübersetzungen. www.gdreizehn.wordpress.com.

 

SPIRITUALLY SPEAKING, ONE NOSTRIL ONLY

 

Now the difference

shrinks between spring

and late summer

to allergies the temperature

samed, slushes the brain

into a kind of dew

we suppose to be angels’ food

[…]

 

 SPIRITUELL GESAGT, MIT NUR EINEM NASENLOCH

Jetzt schrumpft der

Unterschied zwischen Frühling

und Spätsommer

auf Allergien zusammen die Temperatur

ist geglichen matscht

die Hirnmasse

zu einer Art Tau

den wir für Engelsnahrung

halten

[…]

Petra Maria Kraxner, geboren 1982 in Zams, aufgewachsen in Tobadill, lebt und arbeitet in Berlin. Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften, Anthologien sowie auf Fotografien. Ihre Theaterstücke KESt, Nutella Town oder Die Bläue bleibt in etwa zu 52% werden vom Thomas-Sessler-Verlag Wien vertreten. Ihr jüngstes Stück, Die gesetzliche Verordnung zur Veredelung des Diesseits, wurde im März 2013 im Vestibül des Wiener Burgtheaters uraufgeführt und am Landestheater Innsbruck nachgespielt. Ein Auszug daraus erschien bei S T I L L.

Die gesetzliche Verordnung zur Veredelung des Diesseits

 

[…]

Gabriel: Ophelia, erzähl von dir.

Ophelia: W(verschlucktes ie)

Gabriel: Du scheinst mir ein schweigsamer Mensch zu sein.

Ophelia: I(verschlucktes ch)..

Gabriel: Du musst aber auch gar nichts sagen. Wenn du nicht möchtest. Ophelia, das würde ich verstehen. Das fände ich ganz und gar nicht, abstrus. Ich mag schweigsame Menschen, wirklich.

Ophelia: [Zieht sich wieder aus.]

Gabriel: Irgendwie stoße ich immerzu auf schweigsame Menschen. Sie ziehen mich an. Als gäbe es eine höhere Instanz, die mich stets an wortkarge Kommunikationspartner geraten lässt.

Ophelia: [Zieht sich einen Bademantel über.]

Gabriel: Manche Menschen müssen sich ja regelrecht zum Smalltalk zwingen. Das musst du nicht. Ophelia, wirklich nicht.

Ophelia: Du…

Gabriel: Du musst dich nicht über Kachelmanns Kakerlaken oder die momentane mediale Aversion gegen Atombusen äußern. Auch nicht über die Atomlobby, Angela Merkel oder Spreeufer- Bebauungsmaßnahmen.

Ophelia, wir können auch einfach nur ficken.

[…]

Lyz Pfister ist Autorin aus New York, die gerade in Berlin heimisch wird. Sie schreibt regelmäßig über Essen und Kultur, unter anderem in ihrem Blog Eat Me. Drink Me. www.eatmeanddrinkme.wordpress.com. In S T I L L erschien ihr Gedicht ‚After Christmas’, das dazu von Jan Skudlarek auch ins Deutsche übersetzt wurde.

 

Lyz Pfister

Kreuzwort am 11.03.: MADER, MAGYAR, NEIDEL

4 Mrz

Wir haben uns ja schon seit jeher gern den Mantel der Unprofessionalität übergezogen (er ist warm und innen gefüttert und lässt alle Kritik abperlen), mittlerweile struggeln wir allerdings noch härter damit, mit KREUZWORT irgendwas auf die Beine zu stellen. Wir haben ja Jobs, gehen zur Uni und haben noch mehr Jobs. Und nebenbei bringt Carolin zum Beispiel auch ein Buch heraus, das aus einer ehemaligen außerbetrieb-Veranstaltung erwachsen ist. Hier geht’s zur Facebook-Seite mit aktuellen Infos und Veranstaltungshinweisen. Momentan ist es leider noch nicht bei Amazon gelistet, deswegen müsst ihr die ISBN-Nummer auf anderem Wege herausfinden, um sie daraufhin dem_der Buchhändler_in in eurer Nähe zu diktieren. So wie das eben sein sollte.

Aber ich lass mich davontreiben, eigentlich geht’s darum: Dass wir’s trotz aller Widrigkeiten, Vergesslichkeiten (sorry wegen all der un- oder zu spät beantworteten e-Mails!), Panikattacken und Alltagsjongleurismus geschafft haben, mit Babet MaderTabea Xenia Magyar und Peggy Neidel auszumachen, dass sie am 11. März bei uns lesen werden. Ab 20h sind wir anwesend und ein paar Viertelstunden (gemeinhein pünktlich um 21h, wobei pünktlich wirklich pünktlich und nicht punk-lich heißt) später geht’s auch los. Also kommt, bringt 3€ und Leidenschaft in den Damensalon (Reuterstraße 39).

Babet Mader, geboren und aufgewachsen in Berlin. Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Davor arbeitete sie als Putzkraft im Krankenhaus, Verkäuferin (so gut wie alles), Barkraft (so gut wie überall), Kaffeetante, Model, Einpackhilfe, Call Center-Agentin, Zigaretten-Promoterin, Komparsin, Texterin, Babysitterin, Fotoassistentin und Buchhalterin. Eigentlich wollte sie Floristin werden. Theaterstücke, Kurzfilme, Gedichte, Erzählungen.

 

Tabea Xenia Magyar, geboren 1988 in Zürich. Seit 2012 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie ist Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13. Letzte Publikation: 40% paradies. gedichte der lyrikgruppe G13 (bei luxbooks 2012). 2012 war sie Autorin und Performerin beim Projekt „Bewegungsschreiber“, das Dichtung und Tanz zusammenbringt.

nur kurz ausgetreten. fiel der park
ins gesicht, wollte schneiden.
wusste nicht was, aber schnitt.

die schnitte fielen
wie unreife pflaumen.
niemand sammelte
die schmerzenden stellen ein.

wuchsen in die gegend
wie die gegend ins gesicht
gewachsen war, bildeten pfützen
und dann seen aus.

vögel stürzten in die seen
und starben, stürzten
einfach hinein und warn tot.

Peggy Neidel, geboren in Zwickau. Studium der Germanistik und Neueren Geschichte in Düssel­dorf. Mit­be­gründerin des Literaturclub Düssel­dorf. Weitere Tätig­keiten als Veran­stal­terin, Dozentin für krea­tives Schreiben und freie Journalistin. Veröffentlichungen von Prosa und Lyrik in Zei­tungen und Literatur­magazinen, u.a. Ostragehege, Perspektive, poet, Metrópolis.

qualle

während ich am zugefrorenen kanal spaziere
erscheint vor mir ein hologramm
in gestalt meiner angst
eine wirbellose qualle
ich speichle die nachahmung davon in die luft
das tier fliegt zu boden, pulsiert
meine schuhe finden den weg

KREUZWORT am 11.02.: BÜLHOFF, DURAJ und VOGEL

6 Feb

Hümmelhülf, schon wieder ein Monat um! Die Zeit rast und wir stolpern hinterher. Aus den Taschen fallen uns Erinnerungen an die letzten schönen Lesungen, aus dem Haupthaar grausilberne Strähnen. Aber ihr wollt ja gute Literatur hören, immer mehr und immer mehr. Und uns ist das auch recht – als Bonus gibt’s ja sogar noch soziale Kontakte dazu. Wowsi! Wer also mit uns über unsere Lieblingskatzenmemes sprechen will, eine Runde deliziösen Gin Basil Smash schmeißen will oder doch lieber der Hauptsache, der guten Lesung wegen kommt, sei herzliebst dazu eingeladen, uns am 11. Februar im Damensalon in der Reuterstraße 39 (U Hermannplatz oder Schönleinstraße, Busse gibt’s auch) zu besuchen!

Wir werden ab 20 Uhr dort sein um euch die 3€ Eintrittsgelder und gegebenenfalls den einen oder anderen Doktortitel abzunehmen. Seid auf der Hut! Zwei, drei Biere später werden Andreas Bülhoff, Richard Duraj und Mikael Vogel dann mit Lyrik verwöhnen. Vorgeschmack auf Personae und Poetery? Gerne doch! Sollten die Bilder übrigens falsch dargestellt werden: Klick drauf dürfte den Lesegenuss erleichtern/-möglichen.

Andreas Bülhoff fabuliert fabulös über seinen Lebenslauf: „zur biografie: was willst du da haben? studium und sonen quatsch? publikationen kennst du ja quasi eh schon alle… vorher hab ich halt in göttingen studiert und dort ein volo im literarischen zentrum gemacht… (finde ich aber eher nicht erwähnenswert…). geboren bin ich 1987 in gladbeck und aufgewachsen in essen und hamm. falls du noch irgendwas anderes wissen willst, schreib mir nochmal.“ Publikationen kenn‘ ich wirklich! Zuletzt zum Beispiel in der famosen randnummer und diverse Übersetzungen für den fantastischen Verlag luxbooks sollten ebenfalls nicht unterschlagen werden.

Bülhoff

Richard Duraj kam wohl nicht dazu, uns über sein bisheriges Leben aufzuklären, was aber nicht weiter schlimm ist. Wir vermuten, dass er nach seiner Geburt in Polen eigentlich schon den Weg nach Berlin aufnehmen wollte, allerdings mit zuviel Anlauf und etwas Linksdrall bis nach Tübingen weitersauste. Auch der Rückweg schien sich problematisch gestaltet zu haben: Es ging wieder nach Polen. Mittlerweile ist er aber im Herz der Finsternis (Berlin) angekommen und wohnt ungefähr fußläufig von uns entfernt. Mittlerweile „lebt und schreibt er“ also, wie das immer in den Biografien ferienhausloser SchriftstellerInnen heißt, in Berlin. Veröffentlicht hat er anderswo, ebenfalls randnummer und diverse andere. 

UpdateRichard hat uns noch mehr Infos rübergefaxt! Per Faxbook!

Richard Duraj, in den Achtzigern in Polen geboren, in den Neunzigern in Esslingen aufgewachsen, wohnt in Berlin. Schreibt Gedichte. Veröffentlichungen in Zeitschriften, u.a. Randnummer, Edit, Die Horen.

duraj

Mikael Vogel (*1975) schreibt vorrangig Lyrik, daneben Prosa. 2002 erhielt er das Hermann-Lenz-Stipendium. Bislang sind von ihm neben zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien drei Gedichtbände erschienen, zuletzt ‚Massenhaft Tiere‘ im Verlagshaus J. Frank Berlin. 2010–11 Redakteur der Künstlerzeitschrift ‚Prolog – Heft für Zeichnung und Text‚, Berlin. Zahlreiche Lyrik-Übersetzungen aus mehreren Sprachen, z.B. T.S.Eliot, Sylvia Plath, Shelley, Michelangelo, Rimbaud, e.e.cummings.

Vogel

KREUZWORT am 10.12. mit BECKER, BUßMANN, KEMPKER & MAHLKE

3 Dez

Die Vorweihnachtszeit hat ja bereits vor ca. sechs Monaten angefangen, jetzt aber geht’s in die heiße (oder eben nasskalte, Ansichtssache) Phase: Mir zumindest glühen schon die Apfelöhrchen und Schweinsbäcklein vor Freude, wenn ich dran denke, dass bald die schöne Zeit beginnt, in der a) die Radiostationen Last Christmas auf heavy rotation setzen, damit die Menschen ein gediegenes Thema für hasserfüllten Small Talk haben, b) alle über Konsum jammern, c) alle so tun, als würden sie nur in meta-ironischer Manier über Konsum jammern und eigentlich voll drüber stehen und d) das Christkindl mir Videospiele mit Fokus auf hirnloser Gewalt aus dem Himmelreich direkt unter den Baum entsendet (ich kenn mich da nicht aus, nehme aber gerne jedes an – ständig Katzenbilder im Internet anschauen ist unzureichend, ich brauch Abwechslung!). d) wird wohl nicht eintreten.

Die bessere und weitaus sozialverträglichere Alternative zum verkniffenen CPU-Fragen ist ja so oder so ein Besuch bei Kreuzwort. Am Montag, dem 10.12. gibt’s wieder Literatur zum Anhören, diesmal mit vier Mal Prosa. Hannes Becker, Nina Bußmann, Kerstin Kempker und Inger-Maria Mahlke schauen bei uns im Damensalon in der Reuterstraße 39 vorbei und trinken vielleicht das eine oder andere Bier, auf unser dringliches Anraten bestimmt auch einen Gin Basil Smash, mit uns. Übrigens: Einlass ist wie immer um 20h, los geht es genau zwei große Krusovice später. Jedes Bier ist mit 2,90€ übrigens unerheblich günstiger als der Eintritt, der sich wie gewohnt auf 3€ beläuft. Da bleibt immer noch genug Geld übrig, um Socken und Unterhosen en masse für alle hobbylosen Großonkel zu kaufen, wette ich.

Hannes Becker, 1982 in Frankfurt am Main geboren. Studierte Neue deutsche Literatur, Amerikanistik und Geschichte in Berlin und Literarisches Schreiben in Leipzig. Lebt in Berlin, schreibt Prosa und Theaterstücke, und übersetzt aus dem Englischen, u.a. Caryl Churchill, Pamela Carter und Wayne Koestenbaum. Beiträge auf www.dasuntergehendeschiff.blogspot.de.

Auszug aus Aufruhr der Herzen:

Ich begann also doch und erzählte, was ich wußte, nicht viel.

„Also, warum ist es so wichtig zu sagen, wo alle immer gewesen sind?“

„Nein, nicht, wo alle immer gewesen sind, sondern was das für Orte waren, die sie dafür bestimmt hatten. Es ist nicht so wichtig…“

„Hm.“

„Ob sie da auch in Wirklichkeit waren.“

„Aber das ist doch das Entscheidende.“

„Nein“, sagte ich.

Das Gerät auf dem Tisch, mit seinen Ausläufern in den Raum hinein, halbwegs auf den Boden hinab, verströmte ein sanftes Licht, das kurz alles erhellte, die Schränke, die Arbeitsflächen, die Fensterbänke, Regale, Oberflächen, die Hängevorrichtungen, Ablageflächen, und nur sein Gesicht, das er wie in einen Trichter hinein zwischen seinen Händen hielt, im Dunkeln ließ.

„Doch“, sagte er.

Nina Bußmann,* 1980; Prosa, zuletzt in: BELLA triste #33, EDIT#60 sowie in der Anthologie Wie immer unverhofft (Suhrkamp). Das Debüt Große Ferien erschien in diesem Frühjahr.

Ich zeige ihn niemandem. Er ist noch zu scheu. Oft weiß ich ja selbst nicht, wo er steckt. Auch meine Freundin, die nun schon seit Tagen bei mir wohnt und nicht gehen will, hat ihn anfangs nicht zu Gesicht bekommen, nichts gerochen, sie hat ihn nicht einmal gehört. Es gibt ihn gar nicht, du versteckst etwas ganz anderes in diesem Zimmer, sagte sie zu mir und lachte laut heraus, und ich riss mich zusammen und lachte mit ihr, nicht ohne auf seinen blankgeleckten Napf zu zeigen, auf die Kratzspuren an den Tapeten im Flur, Haare, die aufflogen, als ich auf ein Sitzkissen klopfte. Sie ist meine Freundin, eine meiner ältesten Freundinnen, seit der Schule kennen wir uns, aber sie ist nun einmal zu laut für ihn, selbst wenn sie nicht spricht, ist sie zu laut. Er ist zu scheu, und er gehört mir nicht, er gehört wieder anderen Freunden, eine komplizierte Geschichte; ich könnte mir nicht verzeihen, wenn etwas passierte. 

Kerstin Kempker, 1958 am Rosenmontag in Wuppertal geboren, besuchte in Mainz die Klosterschule, wurde in Nürnberg Industriekaufmann und in Hannover Mutter. Nach Berlin kam sie 1984, studierte dies und das, leitete das Weglaufhaus, verfasste einschlägige Bücher und trat zur Belletristik über.

Auszug aus dem Roman Das wird ein Fest, erschienen 2012 im Verlag Nimbus. Kunst und Bücher, Wädenswil:

Ein Flattern war das auf dem Balkon, sagte der Hausmeister, wie Vögel, die schlagen mit den Flügeln und kommen nicht weg. Es war ja schon dunkel. Dieser Geruch und das Geflatter. Plötzlich war es so still. Einer der Brüder griff in ein altes Tonband. Sprich mit mir! Ich bin deine Frau, durchschnitt eine Stimme den Raum; scharf, sagte der Hausmeister, wie Kreissäge, feines Blatt, hohe Frequenz.Die Männer machten Licht, traten über Abfall und Ungeziefer in den Flur und öffneten die klemmende Schlafzimmertür. Einer
knipste Licht an, sie starrten aufs Bett. Der jüngere der Brüder soll seitdem immer nur einen Satz sagen: Ist nicht wahr! Ausgestreckt auf dem Doppelbett lagen die Kleider der Frau W. so, als habe sie eben noch in ihnen gesteckt. Aufgeplusterte Sachen, sagte der Hausmeister. Besonders erwähnte er den halsrund geöffneten, speckigen Kragen der weißen Bluse und die Puffärmel mit ihren ebenfalls kreisrund offen stehenden Enden.

Inger-Maria Mahlke, geboren 1977 in Hamburg, in Lübeck aufgewachsen, lebt in Berlin. Studium der Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin, Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. 2005 Teilnehmerin einer Werkstatt für Nachwuchsautoren unter der Leitung von Herta Müller, 2008 Autorenwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung, 2009 Autorenwerkstatt des LCB und Preis für Prosa beim 17. open mike. 2010 Veröffentlichung des Debutromans Silberfischchen im Aufbau Verlag, für den sie im selben Jahr den Klaus-Michael Kühne Preis erhielt.
2011/2012 Stipendiatin der Stiftung Preussische Seehandlung.

Reinlesen könnt ihr hier.