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KREUZWORT am 21. Oktober mit LESS, REICH, SCHULTENS und STEINBUCH (kein Scherz, machen wir echt)

14 Okt

Das Tolle am Nie-Geld-Verdient-Haben ist ja, dass dir niemals niemand vorwerfen kann, du habest dich ausverkauft. Was ihr uns jetzt allerdings vorwerfen könntet: Nostalgie. Ist uns aber wumpe, wir leben doch nicht nach eurem kleingeistigen Zeitdiktat. Sondern ständig und überall, querwärts und überhaupt zu viel. Deswegen: Wir schmeißen mal wieder eine Lesung. Einfach weilwegen.

Ende 2013 war Schluss, mit einem Nebensatz und einem powered-by-Kate-Blogeintrag, der sich viel um Pasta mit Tomatensauce drehte. Danach haben weder Carolin noch ich so wirklich runtergeschraubt, wie das eigentlich der Plan war, sondern sind durch ein Chaos nach dem nächsten gesurft. Egal, interessiert euch nicht und selbst uns nicht so sehr.
 

Zumal wir ja ständige Vertretung erhalten haben. Von Kids, die das cooler deichseln als wir. Wir konnten uns als beruhigt schneckenhäuseln und uns die Plautze streicheln (jeweils, nicht gegenseitig – um hier eventuellen Gerüchten oder meinetwegen auch Gerüchen vorzubeugen). Mehr als Paste mit Tomatensauce war allerdings kaum drin, allein schon weil ich ein sehr einfallsloser Mensch bin. Habe aber zwischenzeitlich Zucchini für mich entdeckt, es ist romantisch.

Jedenfalls: War gut, war prima. Aber dann? Sehnsucht? Wiederaufquellende Leidenschaft? Neugeschöpfter Idealismus? Doch finanziöse Gefühle?

Nee, Bier.
 
Irgendwann im September schmiss ich Platten auf Teller und Carolin war dabei und wir beide voll mit Bier und dann voll so:
EY WÄR DOCH WITZIG WENN WIR
JA HAHA EIGENTLICH SCHON NE
NE
JA NE
JA DANN LASS DOCH MACHEN
HAHA OKAY NE
NE IST DOCH COOL
JA NE
BOAH COOL NE
JA NE EH
LASS NOCH MALN BIER DRAUF
JAU GERNE DIGGA
COOL DIGGI
(Gedächtnisprotokoll)
Dann, nach einer nüchternen und professionösen Strategieplanung via Facebook-Chat inkl. bunten .gif-Stickern (der mit dem Hund, der dem anderen Hund am Hintern riecht ist megasweet – Analgesicht nennt sich das übrigens in der Fachsprache), stand das Datum fest: 27. September, quasi also fünfter Geburtstag.
Weil der erste Termin am auch am 27. September war, nur fünf Jahre vorher. Gebt zu, das ergibt frappierend viel Sinn, ne?
Nach ein bisschen Rumdoodelei und Nichtstuerei wurden ein paar Namen mit den dazugehörigen Menschen und Einverständniserklärungen gefunden und dann schaute Carolin mal wieder im Damensalon vorbei und wir freuen uns jetzt auf den 21. Oktober statt dem 27. September (das wär uns zu lange hin) mit Georg Leß, Stephan Reich, Katharina Schultens und Gerhild Steinbuch und Kate Bush weil Kate Bush ist immer.
 

Einlass ab 20 Uhr (ihr wisst, was das heißt), halbtrunkene Anmoderation ab 21 Uhr (keine Viten), echte Gefühle für ca. 1 1/2, danach Kickern, Bier und markige Sprüche mit adaptiertem und/oder vollgefälschtem Dialekt.

Damage 3€, um Kicker- und Bierkosten zu kompensieren. Wir haben das Nie-Geld-Verdient-Haben schließlich nicht verlernt. Soll uns ja niemand was vorwerfen können. Niemals.

Aber geht’s danach weiter, Kristoffer?

Lol, nein. Lol. Sowas von überhaupt nicht.

Kreuzwort am 10.09.: Georg HEYM, Birgit KREIPE, Stephan REICH, Friederike SCHEFFLER & Katharina SCHULTENS

4 Sep

OH MEINE SPIRITUELLE PROJEKTIONSFIGUR, KREUZWORT IST ZURÜCK! Und startet natürlich gewohnt fulminant mit Literatur und Drinks in die nächste Saison. Am 10. September können wir im innig geliebten Damensalon in der Reuterstraße 39 sogar mit einem Verstorbenen aufwarten. Naja, zumindest mittelbar. Vor gut 100 1/2 Jahren ertrank Georg Heym auf einer Schlittschuhfahrt und hinterließ ein für sein zartes Alter ziemlich umfangreiches Oeuvre (nimm das, Optimierungsgesellschaft des 21.!). Der Schriftsteller und Herausgeber Florian Voß, der diesen Abend bei uns moderieren wird, wollte den expressionistischen Dichter wieder ins kollektive Gedächtnis zurück heben, indem er ihm eine Anthologie widmete. Nicht nur Heyms eigene Arbeiten sind darin versammelt, sondern auch Texte von Lyrikerinnen und Lyrikern, die sich intensiv mit dem vorgegebenen Material auseinandersetzen. Wir dürfen mit Birgit KreipeStephan ReichFriederike Scheffler und Katharina Schultens vier Personen bei uns begrüßen, die zu dem fantastisch gelungenen Band (das sag nicht nur, das sagt auch meine Rezension bei Fixpoetry, hier zu lesen) beigetragen haben. Die vier werden neben ihren Erwiderungen, Antworten und Pastichen auch eigene Texte vortragen. Toll? Toll!

Deswegen die Beine in die Hand genommen und vorbeigeschneit (hoffentlich kein prophetischer Ausdruck) kommen. Einlass ist wie gewohnt ab 20h, Eintritt beträgt wie gewohnt 3€, wir werden wie gewohnt Gin Basil Smash trinken und euch raten, dasselbe zu tun. Ihr braucht Teaser? Ihr kriegt Teaser!

Birgit Kreipe, geb. in Hildesheim. Kindheit & Jugend auf dem Land. Studium der  Psychologie und Germanistik in Marburg, Wien und Göttingen, lebt in Berlin. Kurzprosa und Gedichte sind in vielen Zeitschriften und Anthologien erschienen (zuletzt in lichtungen, randnummer, in: Schneegedichte, hrsg. von Ron Winkler, im Jahrbuch Lyrik 2011)

Im Juni 2010 erschien wenn ich wind sage, seid ihr weg, Verlag im Proberaum, Klingenberg. Im Frühjahr 2013 erschien „schönheitsfarm“ im Verlagshaus J. Frank, Berlin. 

Birgit Kreipe ist Mitglied im „forum der 13“.

 

Georg Heym

Der Winter          

Der blaue Schnee liegt auf dem ebenen Land,
das Winter dehnt. Und die Wegweiser zeigen
einander mit der ausgestreckten Hand
der Horizonte violettes Schweigen.

hier treffen sich auf ihrem Weg ins Leere
vier Strassen an. Die niedren Bäume stehen
wie Bettler kahl. Das Rot der Vogelbeere
glänzt wie ihr Auge trübe. die Chausseen

verweilen kurz und sprechen aus den Ästen
dann ziehn sie in die Einsamkeit
gen Nord und Süden und nach Ost und Westen.
wo bleicht der niedre Tag der Winterzeit.

Ein hoher Korb mit rissigem Geflecht
blieb von der Ernte noch im Ackerfeld
Weißbärtig, ein Soldat, der nach Gefecht
und heißem Tag der Toten Wache hält.

der Schnee wird bleicher, und der Tag vergeht
der Sonne Atem dampft am Firmament
davon das Eis, das in den Lachen brennt
hinab die Strasse rot wie Feuer brennt.

Birgit Kreipe

havel, himmel, blauer käfer, der am wasser fliegt

der wind bricht, krachen, in den bäumen auf
kühlt ab, im wasser tauchen flüchtig träume
erinnerungen. hirngespinste. auf.

chausseen wehn am ufer, in den ästen reste
atmen, mai. die uferphlox und meisen
gleißen, zitterschiffe, die in lichterfetzen treiben.

flammengrünes laub. im schatten eine uferwarnung
nicht weiter. dünnes eis: als letzte wachsoldatin
durchs jahr mit rost wie blut, darüber laub wie tarnung.

der wind zerrt abend auf ein boot, das dort vertäut
dahinter spätes mondkalb, hat ‘nen stern im maul
und stiert ins wasser, kaut betäubt.

das eis, das nicht mehr trug, ist hundertmal im meer
und in die blauen flügelschalen aufgestiegen.
brennt in den lachen. dann nicht mehr.

 

Stephan Reich, geboren, aufgewachsen, lebt.
Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt Wortwuchs Magazin # 5, randnummer literaturhefte # 4, Jahrbuch der Lyrik 2011, Versnetze Vier, etc. Finalist beim 18. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin 2010.

 

havel

 

Im Haar ein Nest

aus sauerstoff & an das ufer

dröhnt geschichte

fast wie vorhergesagt

da geht er hin

als ironie

(das muss einer der träume sein)

Und die beringten Hände

berlins im rücken die schlote winken

statisch zum abschied

während er Unsichtbar schwimmt

mit dem mund voller eis & letzte gedanken

verschwinden wie luftblasen

in der Flut

& im Dunkelgrün der Wiesen

bleibt es still, kein Widerhall,

die Melodie der atmung weicht

Maschinenkreischen, Wasser

ratten an den lippen noch reste

strenger,

nie wuchernder Sprache

 

Friederike Scheffler, geboren 1985 in Berlin, wo sie auch lebt. Veröffentlichungen in Zeitschriften (zuletzt Wortwuchs 7) und Anthologien. Mitgründerin des Berliner Lyrikkollektivs G13, eine Anthologie mit Texten der Gruppe wird im Oktober 2012 bei luxbooks erscheinen. Zum Wintersemester 2012 beginnt sie ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

 

dicke luft in der landschaft, strommasten
füllen den schönsten zenit. windstärke? drei.
denkst das wetter, wie immer, mimöschen,
fühlt sich so schwach. all die hochhäuser,
schwimmer in dünnen hosen am see.
und weiter drin in der stadt zeig die stelle
am ellenbogen, wos mit uns hingeht.
was das denn soll, dieses wir vorzubringen,
eine kerze, dicht vors gesicht.
fahr zwischen die finger. rückbildung. ringe.
stehen sie zu nah? stehen ohne geräusch.
web deinen ehrgeiz in türme aus stahl.
und denk an die flauten, bitte, die sinken
verzeichne ihr hellblau, die rotierenden parks.

 

Katharina Schultens, geboren 1980 in Rheinland-Pfalz, arbeitet seit 2006 als Forschungsreferentin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Diverse Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien (zuletzt ostragehege, randnummer, shampoo, bella triste, Lyrik von Jetzt II, Neubuch). 2004 ein Debütband im Rhein-Mosel-Verlag; 2011 als zweiter Band  “gierstabil” im Wiesbadener luxbooks-Verlag. Preisgeld gabs auch, besten Dank: 2005, 2007 und 2009.

 

der busch auf dem kopf meines kindes ist kein dornbusch

auch wenn es darum wogt als ob in einem gräserfeld
auch wenn es darin wispert wie in pappelkronen

und es stecken kleine vögel aus salz darin
deren flügel glitzern und es glänzt das gras

aber golden: durchquert meine hände
auf quantenmechanische weise.

dennoch ist der busch auf dem kopf meines kindes absolut
kein dornbusch bloß ein strauch der federn sprüht

und funken. man kann – das weiß ich – leuchten
ohne zu brennen, behauptet hazelelponi.

nur wollte sie vorübergehend festhalten:
ein weicher weicher strauch.

außerbetrieb: Die Lettrétage übernimmt KREUZWORT am 10.10. (ACHTUNG: Ortswechsel!)

5 Okt

So sieht’s aus: „außerbetrieb“ heißt ja nicht nur, dass wir Tom, Moritz und Katharina in der Lettrétage alle Arbeit abnehmen – nein, die müssen sich auch revanchieren. Deswegen freuen wir uns, das Ende der Sommerpause einleiten zu können und uns dabei trotzdem noch zurücklehnen dürfen.

Passend zur neuen Ära (naja, immerhin: wir gehen ins zweite Jahr!) wechseln wir auch den Veranstaltungsort und befinden uns ab nun an im Damensalon in der Reuterstraße 39, Berlin-Kreuzkölln (das muss ich jetzt schreiben, sonst wird wegen unseres Namens gemeckert).

Genauer: An der Ecke zur Pflügerstraße, erreichbar mit/durch: U Hermannplatz/Schönleinstraße, H Pflügerstraße Bus 194 (aus Fhain), M29. Eintritt beträgt 3€. Eintritt ab 19h45!

Wir werden uns also fein raushalten und zitieren nur aus einem Bekennervideo, welches die Lettrétage auf extremistischen Poesieseiten hochgeladen hat und in dem sie Ziele und Namen nennen:

Die Lettrétage übernimmt Kreuzwort. Aber keine Angst, euch wird weiterhin high-class-adult-entertainment-Poesie vom Feinsten geboten:

Sandra Trojan ist in der Stadt, und schreibt sich während ihres Stipendienaufenthalts in der Villa des lcb am Wannsee die Finger wund. Gönnen wir ihr eine kleine Pause und uns eine Kostprobe ihres Tuns!

Katharina Schultens, Kreuzbergerin und Katholikin, liefert gierstabile Qualität in den Versen ihres diesjährig bei luxbooks erschienen Gedichtbands. Höchste Zeit, die Prophetin der Erkenntnis auch im eigenen Lande zu Wort kommen zu lassen!

Tom Bresemann, geboren in der Hauptstadt der DDR lebt er mittlerweile in der Hauptstadt der Welt: Neukölln. Sein zweiter Gedichtband „Berliner Fenster“ ist soeben erschienen. Come in and find out!

VITEN & GEDICHTE

SCHULTENS

„Schultens’ Verse bleiben haften, ohne klebrig zu sein. So oft sie auch überfordern, so oft fordern sie zum Nachdenken heraus. Diese Lyrik ist noch auf dem Weg begriffen, entwickelt sich aber unaufhörlich fort. Wie ein Fahrzeug, das sich ohne weiteres Eingreifen von außen geradeaus bewegt. Das ist ja schließlich auch die Definition des Begriffes Gierstabilität. Einen besseren Titel hätte der Band nicht haben können.“ (Junge Welt)

Katharina Schultens, geboren 1980 in Rheinland-Pfalz, arbeitet seit 2006 als Forschungsreferentin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Diverse Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien (zuletzt ostragehege, randnummer, shampoo, bella triste, Lyrik von Jetzt II, Neubuch). 2004 ein Debütband im Rhein-Mosel-Verlag; 2011 als zweiter Band  „gierstabil“ im Wiesbadener luxbooks-Verlag. Preisgeld gabs auch, besten Dank: 2005, 2007 und 2009.

forum

um zu sprechen, vergiß zunächst alle, die diesen luxus nicht haben. erinnere dich
erst ganz am schluß. dazu später. vergiß (unvollständige liste): traumata – kindliche
inklusive – , ehemalige wie zu erledigende lieben + sorgen, dieses eine geringfügige
scheitern, das sich später als entscheidender punkt erwies, tod angehöriger und
geburt etwaiger kinder, gib überhaupt dein geschlecht ab: falls du mitten im raum
stehen solltest, wirfs nach hinten, es fängt garantiert wer, den bügel zur anderen
hand, es dir anschließend überzuziehn. die schönheit, falls du sie trägst, leg ab
falls dein spezifisches alter sich mit überzeugung zu wort melden sollte, im rahmen
von erkenntnissen darüber, was jeweils jüngere unbedingt wissen müßten, dann
ignorier es, mit überzeugung und selig. ignorier auch den impetus zur wiederholung
schieb die emphase zur seite, spar die evokation jedweder baratmosphäre oder des
zugehörigen kippens vom hocker ins bett: fort, laß bloß nicht bleiben, sondern sein
und unter diesen voraussetzungen, die ich kurz mal bezeichnete als: entferne
den schutz – steh nicht im akkord, der dann einsetzt. laß die trance denen
die sie beherrschen. sprich, was dann übrig, bestenfalls denen, die übrig
(s.o.) aus.

TROJAN

Ein kleiner zusammengekauerter König ziert das Cover. Das kann trügen. Denn die Gedichte der studierten Amerikanistin und Journalistin sind nicht märchenhaft, nicht romantisch. Und eigentlich auch nicht lyrisch. Was wohl tut, wenn man sich an sich einmal wieder den Magen verdorben hat mit gezuckerter deutscher Lyrik. (Leipziger Internetzeitung)

Sandra Trojan, geboren 1980 in Winterberg. Studium der Amerikanistik, Journalisik und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Leipzig, anschließend am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Arbeitet als Autorin und Übersetzerin und unterrichtet kreatives Schreiben an Schulen. Derzeit ist sie Stipendiadtin des lcb.

Ihr Debüt ‚Um uns arm zu machen‘ erschien 2009 im Verlag poetenladen.

Läutern // Zu müde in Bienen zu sprechen
Ich sollte ganz einfach sprechen: von dir, und von mir, Pathogenen.
Von Lippen, schlaff hängenden Netzen, von letzten Worten
ins Dunkel gemurmelt: Machs gut. // Machs gut.

Ein wachsbeflecktes Wort deckt jedes zweite Bild ab.
Ich will doch nur gewahren, was darunter liegt:

ein Zwang, der die Mundhöhle infiziert
eine Litanei, die meist auf Assonanzen stößt.

Nie hört es auf: Zu tief hast du die Akkorde
mit deinen Händen gehämmert, geborgte Worte, spitz
wie Meißel, nur nicht so wahr. // Und endlich zu den Bienen:

nicht von Natur aus garstig, nur ihr Terrain bewahrend
mit Tendenz zum Jähzorn, ist die Dame dahin oder fort //

ist was ich schrieb, aber wurde so müde, so elend mir
von ihrem Dröhnen, dass ich die Wange gegen die Tischkante rieb

// und weinte.

BRESEMANN

Bresemanns Kritik an den Verhältnissen ist subtil – und vor allem poetisch. (Berliner Literaturkritik)

„Das ist schlechter als drittklassiger Poetryslam“ (Raoul Schrott bei der Endrunde des Leonce und Lena Preises 2011)

Tom Bresemann, geboren 1978 in Berlin, Lettrétage und S³ LiteraturWerke Mitbegründer, Herausgeber, Übersetzer, Hundebesitzer, Krawattenträger, Espressosuchtgeschädigter etc. (diese fläche steht nun ihrer werbung frei)

aktuelles Buch: Berliner Fenster (Berlin Verlag) // berlinerfenster-gedichte.de

wenn
                          Auf das Notwendige kann ich verzichten.

wenn ich reich bin ziehe ich nur noch 100%
rein zerstoßenes geld durch die nase.

wenn ich reich bin baue ich kein haus,
ich kauf mir eure.

wenn ich reich bin gestatte ich nur noch apartesten
gleichnissen meiner langweile ausdruck zu verleihen.

exquisite buffetstrecken voll ausgestorbener
köstlichkeiten werde ich, wenn ich reich bin, veranstalten.

wenn ich reich bin werde ich auch schwul.

alle werden mich lieb und teuer halten
denn ich werde verstehen die leere auszukosten.