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Zeitschriften! Und: KREUZWORT am 12.12. mit D. FRÜHAUF, K. HARTWELL & D. WAGNER

5 Dez

Bevor ich mit dem Sturmhagel an Informationen zum nächsten KREUZWORT-Abend am 12.12. mit David Frühauf, Katharina Hartwell und David Wagner beginne, hier noch zwei kurze Hinweise in nur semi-eigennütziger Sache:

Wir lieben ja Zeitschriften und lesen sie vor dem Schlafgehen, nach dem Aufstehen, im Bus, beim Überqueren der Straße und auch bei gelegentlich sich ergebenden Krankenhausaufenthalten, wenn wir mal wieder angefahren wurden. Besonders angetan haben es uns die randnummer literaturhefte, die es bei unseren Lesungen ab sofort für billige 5€ zu kaufen gibt. Dafür gibt es in der vierten, soeben erschienenen (enenen!) Ausgabe nicht nur fantastisches Artwork und wahnsinnig gute Collagen von Mitherausgeberin Simone Kornappel (an der Stelle Gratulation unsererseits für eine Publikation ganz anderer Art), sondern diese hat zusammen mit ihrem Kollegen Philipp Günzel auch eine sehr schmucke Textauswahl getroffen. Es warten Konstantin Ames, Dennis Büscher-Ulbrich, Nina Bußmann, Kristoffer Patrick Cornils, Max Czollek, René Hamann, Hendrik Jackson, Bülent Kacan, Nicolai Kobus, Jan Kuhlbrodt, Tristan Marquardt, Robert Monat, Stephan Reich, Monika Rinck, Tibor Schneider, Sabine Scho, Mathias Traxler, Michael Zoch, Dmitry Golynko (übersetzt von Alexander Filyuta) und Birgit Kreipe (im Interview mit Simone Kornappel) mit neuen Texten auf. Grund genug, am 12.12. 5€ mehr einzustecken und sich eine randnummer mitzunehmen – wir verdienen da selbstverständlich nichts dran, sondern leiten das Geld an Simone und Philipp weiter, die sich mit der hochwertigen Ausgabe in Unkosten gestürzt haben.

 

Kostenlos war allerdings die erste Ausgabe der Zeitschrift Sachen mit Wörtern, von denen letztes Mal bereits ein paar auslagen und samt und sonders in diversen Taschen verschwanden. Wer kein Printexemplar mehr abbekommen hat, sich aber trotzdem ein Interview mit uns durchlesen möchte (hier nur kurz der Hinweis, dass der im Gespräch erwähnte Abend in Kooperation mit fixpoetry schon gelaufen ist), der kann das hier in aller Ruhe tun. Interessant genug und dank der Illustrationen von Petrus Akkordeon auch schmuck anzusehen.

Aber nun Butter bei die Fische, ich halte mich kurz: Am 12.12. ist wieder KREUZWORT! Das letzte Mal im turbulenten Jahr 2011, bevor es dann im Januar weitergeht. Wir freuen uns auf drei Mal Prosa von David Frühauf, Katharina Hartwell und David Wagner (bevor jetzt jemand naseweis wird: Insgesamt drei Mal, nicht jeweils!). Das wie mittlerweile ja bestens bekannt aus unserer Lieblingstrinkanstalt, dem Damensalon in der Reuterstraße 39 nahe der U-Bahn-Stationen Hermannplatz und Schönleinstraße. Das Ganze kostet 3€, Einlass ab 20h.

David Frühauf, geboren 1987 in Braunau am Inn, Oberösterreich. Seit 2007 Germanistikstudium, 2009 Aufnahme des Studiums „Sprachkunst“ an der Universität der angewandten Kunst Wien, seit 2010 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Ich hätte nicht zu sagen gewusst, woher du stammtest oder ob es solch eine Region überhaupt je gegeben hatte, die nicht erst durch meinen Zuspruch, mein Einsagen – mit flatternden Händen, mit flüsternden Gliedern – als Erfindung, ja, möglicherweise als Erinnerungslandschaft in mir und durch dich entstehen konnte. Doch nichts widerfuhr dir, nichts durch dich. Es schien, als wärst du von Beginn an gewesen, einzig um sagen zu können: Es gibt –; und dann darin zu verschwinden, unsichtbar zu werden, wie in Wiederholung übergangen, damit das Gedächtnis mit Sicherheit sich selbst auslösche – keine dieser Silben würde je über deine Lippen gekommen sein, oder sich als dir eigen zu verstehen gegeben haben. Dass du so flüchtig bist, rief ich, so vage und wölbend, so splitternd, zerrissen, beständig zugleich, wie mehrfach gespiegelt, meint: an meiner statt, um Stellen versetzt, verzerrt, und dich dadurch einer Anrede entzögst; revozierte Marter, ja, epiphane Bildflut und -flucht, und du zwischendurch aufschrecktest, als hätte dir jedes (weitere) Wort etwas anhaben können, hätte sich dir aufgedrängt und dich auf eines davon zu reduzieren versucht. Was für Sätze wären das, aus welchen Buchstaben wären sie gemacht? Jeder einzelne befremdete dich zutiefst, und ich wagte kaum zu atmen, befürchtete das Schlimmste eintreten gelassen zu haben: dass ich eines Tages nicht mehr aus dem Vergessen erwachen würde und all die an dich gerichteten Appellationen auch nach wiederholtem Male ungehört blieben. Welche dieser Masken würde sich dann dennoch vereinnahmen lassen, welche ließe dich zurück, in Keimen, in kleineren Mengen, um daraus zu schöpfen, zu erschließen, mich daran zu halten und welche verstünde sich noch darauf, dich in derselben Weise zu nennen, zu rufen, ohne stets denselben Namen zu verwenden und ohne zu antworten?

Katharina Hartwell, 1984 in Köln geboren. 2003 bis 2010 Studium der Anglistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main. Seit 2010 Master „Literarisches Schreiben“ am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2006 und 2010 Preisträgerin “Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“. 2009 MDR Literaturpreis. 2010 Arbeitsstipendium des LCB und Finalistin beim 18. Open Mike. Debüt „Im Eisluftballon – Erzählungen“ im Poetenladen Verlag erschienen. 2011 Aufenthaltsstipendium Künstlerdorf Schöppingen sowie Arbeitsstipendium der Jürgen Ponto-Stiftung.

Auszug aus dem Romanprojekt „Das fremde Meer“:

Du hörst jetzt die erste Geschichte. Du musst die Augen nicht öffnen, musst dich nicht bewegen, musst nicht mit dem Kopf nicken und ihn auch nicht schütteln. Heute Nacht nehme ich dich mit auf eine Reise, auf hundert Reisen nehme ich dich mit, und vielleicht sind wir dorthin unterwegs, wo du noch nie hin wolltest, wo keiner zu Hause sein möchte. Und vielleicht wirst du allein sein, einsam sein, wirst denken, dass ich dich nicht finden werde, nicht weiß, wo du bist, keiner weiß, wo du bist, und du warten musst, wie Rapunzel in ihrem Turm, wie Schneewittchen im Sarg aus Glas, wie Dornröschen hinter der Hecke. Mach dir keine Sorgen, halte still, halte dich gerade, halte Ausschau, warte, bis sich eine Tür öffnet, jemand den Raum betritt, jemand deinen Namen sagt, jemand durch die Fluten, durch den Wald, durch die Straßen, durch die Nacht zu dir kommt und dich an die Hand nimmt.

David Wagner, geboren 1971, wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter mit dem Walter-Serner-Preis, dem Dedalus-Preis für Neue Literatur und dem Georg-K.-Glaser-Preis. Er lebt in Berlin. Im Jahr 2000 veröffentlichte er seinen Debütroman »Meine nachtblaue Hose«. Sein jüngster Roman, »Vier Äpfel«, stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009.

David Wagner wandert durch die Stadt, allein, manchmal in Begleitung. Was ist die Stadt? Wie lässt sie sich beschreiben? Immer wieder stößt er auf die Trümmer der deutschen Geschichte. Wagner erzählt, wie sehr sich die Stadt in den letzten zehn Jahren verändert hat. Er macht ein Praktikum als Türsteher in der »Flittchen Bar«, trifft die Füchse auf der
Pfaueninsel und einen müden Bürgermeister neben einem Bärenkostüm. Er spaziert durch die Randgebiete und durch den alten Westen. Er geht die Baustellen ab und erinnert sich an Baulücken. David Wagner läuft seit zwanzig Jahren kreuz und quer durch Berlin. Er ist ein Stadtwanderer, »in Halbtrance, gepaart mit dem Willen zur illusionslosen Genauigkeit«, wie die Wochenzeitung Die Zeit meinte.

»Welche Farbe hat Berlin?« versammelt größtenteils unveröffentlichte Texte, die in den letzten Jahren entstanden sind.

Das liest sich so:

DIE MÜLLTÜTE

Ich will bloß den Müll hinuntertragen in den Hof, unten aber, ich habe die zugeknotete Abfalltüte noch in der Hand, gefällt mir die Nacht so gut, es riecht nach Frühling, daß ich hinaus auf die Straße gehe. Ich biege um zwei Ecken und stehe schon vor dem Café Haliflor – entscheide mich aber, die Luft ist so süß, weiterzugehen.

Fast alle Fenster in den Fassaden der Choriner Straße, es ist gleich Mitternacht, sind schon dunkel. Ich komme an dem alten, zweistöckigen Molkereigebäude und der Protzbaustelle Choriner Höfe vorbei, überquere die stille Kreuzung mit der Zehdenicker Straße, auf der Torstraße halte ich mich links. Vor dem Kaffee Burger, die Reformbühne ist aus, steht ein Bekannter auf dem Bürgersteig und raucht. Wir wechseln ein paar Worte, er sagt nichts zu der Mülltüte, die ich in der Hand halte.

Ich gehe weiter und biege in die Alte Schönhauser Straße, noch immer stehen dort diese seltsamen Bürocontainer mit Camouflage-Bemalung auf dem unbebauten Grundstück Ecke Linienstraße. Die Nacht, es ist Sonntag, ist ruhig, ich höre nur eine italienische Reisegruppe singen. Sie johlen in einiger Entfernung, sie grölen, sie haben gute Laune. Ich bleibe vor dem Espresso- und Kaffeemaschinengeschäft stehen, mir gefallen finnische Porzellantassen ein paar Schaufenster weiter, schließlich betrachte ich Umhängetaschen, die aus alten LKW-Planen genäht wurden.

Ich merke, daß ich die Mülltüte immer noch mit mir herumtrage, schaue mich um, weit und breit ist kein Mülleimer zu sehen. Von der Münzstraße komme ich in die Max-Beer-Straße, kehre nach wenigen Schritten aber wieder um, mir fällt ein, daß dort eine Freundin wohnt, der ich nun lieber nicht begegnen möchte, nicht mit einer Mülltüte in der Hand. Ich bewundere die nackten Betonwände in einem zum Ladenlokal umgebauten Plattenbau-Erdgeschoß und biege in die stille Almstadtstraße ein.

Es ist dreiviertel eins, und wenn mich jemand fragen würde, was machst du um diese Zeit mit einer Abfalltüte in der Hand vor dem Schaufenster der Buchhandlung Pro qm, ich wüßte keine Antwort. Ich wollte gar nicht spazieren gehen, ich bin heute schon unterwegs gewesen, ich wollte nur den Müll hinuntertragen. Scheint so, als hätten meine Schuhe ohne mich entschieden. Sie sind einfach losgegangen. Das Gehen hat sich verselbständigt, und ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob ich selbst, ob tatsächlich ich es bin, der hier einen Fuß vor den anderen setzt. Geht die Stadt vielleicht mit mir spazieren? Die Füße unterbrechen ihre Tätigkeit, als zwei sich laut unterhaltende Amerikaner auf mich zukommen, ziemlich betrunken sagen sie Hi und fragen, natürlich auf Englisch, wo sie hier Dope kaufen könnten. Mir fällt nichts anderes ein, als sie in den Weinbergspark zu schicken.
Ich gehe weiter, finde wieder in meinen Rhythmus, den eigenen Geh-Rhythmus, der es manchmal so schwierig macht, mit oder neben anderen zu gehen. Am besten geht es sich doch allein, denke ich – widerspreche mir dann aber, fallen mir doch sofort zwei, drei, vier Personen ein, mit denen ich sehr gerne gehe und schon viel gegangen bin. Ich komme wieder zur Torstraße und stoße auf diese rätselhafte retro-avantgardistische Architekturskulptur an der Ecke Rosa-Luxemburg-Straße, ist das historistischer Expressionismus? frage ich mich, wie immer, wenn ich dieses Gebäude sehe. Und stehen dort, nirgends brennt Licht, vielleicht alle Wohnungen leer? Ein Nachbargrundstück ist noch unbebaut, hinter dem grell beleuchteten Werbezaun, der die Brache zur Alten Schönhauser hin umschließt, liegen abgerissene Plakate, leere Flaschen und ein kaputter Kinderwagen.

Einen Moment lang bin ich versucht, meine Mülltüte dazu zu werfen, trage sie dann aber, sie ist ja nicht schwer, doch die Schönhauser Allee hinauf, vorbei an der schönrenovierten Ex-Ruine Pfefferberg. Das riesige, viel zu perfekte spanische Touristenrestaurant hat schon geschlossen. Ich biege in die Schwedter Straße ein, überquere die Choriner und stehe wieder vor dem Haliflor. Anne, Sonntag ist ihr Abend an der Bar, sieht mich und winkt. Ich setze die Tüte ab, gehe hinein, bestelle ein Bier und erzähle, sie hält das natürlich für eine Ausrede, daß ich bloß den Müll hinuntertragen wollte. Zwei Franzosen, die neben mir am Tresen trinken, unterhalten sich über Neukölln. Die Tüte werfe ich später in den Müllcontainer im Hof.

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KREUZWORT trifft FIXPOETRY: Politische Lyrik am 11.07.

30 Jun

Der nächste KREUZWORT-Abend hat es mal wieder in sich: Ein kleines bisschen Aufruhr am Tag der Arbeit, Popsongs. DAU-Syndrome an der endgültigen Vorläufigkeit der Schlafplätze spielen sich wie Egoshooter – kurzum: Zusammen mit Julietta Fix von Fixpoetry und dem zugehörigen Verlag präsentiert KREUZWORT glatt fünf Lyriker, die Reflexion und Rebellion im Text verpacken: Max Czollek, Kai Pohl, Clemens Schittko, Tom Schulz und Johannes Jansen werden sich am 11.07. ab 20.30h (Achtung: Aufgrund des dicht gestrickten Zeitplans geht es pünktlich los – um 20h bereits da zu sein wird dringend empfohlen) in der Kottbusser Straße 13 im Bruegge einfinden. Zuschauen kostet die üblichen 3€, wer randalieren möchte, tut das lieber draußen und klärt den Kostenpunkt des Ganzen besser mit der Staatsgewalt ab.

(Da Max Czollek erst in letzter Sekunde von uns gebeten wurde, teilzunehmen, steht er leider nicht auf dem Banner. Er wird trotzdem kommen, darauf freuen wir uns sehr und entschuldigen uns an dieser Stelle.)

Max Czollek // geboren ’87 // Schule bis ’06 // Studium Wissenschaft bis jetzt // ’09 Gründung G13 // Veröffentlichungen, Lesungen, Freunde, Verlag und eine Blogadresse: http://gdreizehn.wordpress.com/

Quake 2011

du läufst fahnen ab: checkpoints
als wärst du in einem egoshooter
flutet das streusalz den boden
seit stunden / und du hast mal
wieder die schippe vergessen

an der ecke steht eine
mit schwachem prozessor und langem mantel
dieser halbvollen flasche sekt
zerhackt ein altes lexikon
mit einem handkantenschlag

amigo, das kennst du aus kung-fu
filmen da wolltest du immer
deine bauchmuskeln anspannen
zum sound von splitternden glas
den orgasmus zum happy end

 

 

Clemens Schittko und Kai Pohl haben kürzlich erst noch kollaboriert und konspiriert: Das Produkt heißt da kapo mit CS-Gas und sieht so aus:

 

Kai Pohl, *1964 | Wittenburg/Mecklenburg. Lebt in Berlin. Berufsausbildung zum Zerspanungsfacharbeiter. Danach u.a. tätig als Dreher, Heizer, Kraftfahrer, Bühnenmaler, Grafi ker. Studium des Kommunikationsdesigns. Mitbegründer und Redakteur der Zeitschrift fl oppy myriapoda. Veröff entlichungen (Auswahl): Fahrkarte zur Revolution, SuKuLTuR, Berlin 2011; Off nen+ Schiesen, Gedichte 1989 -2006, KRASH Neue Edition, Köln 2007; biofeedback panikenergie, Distillery, Berlin 2005.

Das DAU-Syndrom
armut verpflichtet
dummheit muß sich wieder lohnen
fatal ist, was unmut schafft

unmut verpfl ichtet
armut muß sich wieder lohnen
fatal ist, was dummheit schafft

dummheit verpflichtet
unmut muß sich wieder lohnen
fatal ist, was armut schafft

 

 

Clemens Schittko, *1978 | Berlin/Ost. Lebt in Berlin. 1998 Abitur. Ausgebildeter Gebäudereiniger und Verlagskaufmann. Abgebrochenes Studium der Literatur-, Musikwissenschaft und Philosophie. Arbeitete u.a. als Fensterputzer und Lektor. Gewinner des lauter niemand preises fur politische lyrik 2010. Veröff entlichungen (Auswahl): Manifest der Nachhut, Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011; Who is who / is who or what, Samson, Berlin 2010

Pop-Gedicht
Aus einer der Nachbarwohnungen
ist gegen Mitternacht
ein Stöhnen zu vernehmen.
Wird dort noch eigenständig
miteinander geschlafen
oder (auch) schon
ein Pornofi lm geschaut?

Der Sex der Deutschen
dauert durchschnittlich
etwa drei Minuten,
eine Single-Auskopplung,
die es in die Musikcharts schaff t,
ebenso.
Deshalb auch der Begriff Popsong.

Dieses Gedicht brauchte länger
als drei Minuten,
um geschrieben zu werden,
und es wird weniger
als drei Minuten dauern,
um es gelesen zu haben.
So gleicht sich
(Achtung: Phrase!)
im Leben alles wieder aus.
Vom Tod wollen wir ja
(bekanntlich)
nicht sprechen.

Wenn schon keine Rakete
einem Kirchturm gleicht,
so gleicht doch jeder Kirchturm
einer Rakete.

 

 

Tom Schulz beehrt uns bereits das zweite Mal (damals, wir erinnern uns: Im Exil, in der wunderbaren Primitiv Bar) und versprach uns intern ein Heimspiel.

*1970 | Oberlausitz, aufgewachsen in Ost-Berlin.1997 Erste Buchveröffentlichung. Von 1998 – 2001 Herausgeber der Edition Minotaurus (zusammen mit Björn Kuhligk) Seit 2002 Freier Autor. Lyrik, Prosa, Übersetzungen und Herausgabe. Bis 2007 in Berlin ansässig, zum Jahresende Umzug nach Augsburg. Lebt seit 2010 wieder in Berlin.
Dozent für „Kreatives Schreiben“ und Lyrikworkshops u.a. an der Universität Augsburg Mitorganisator des Schreibprojekts „Lust auf Lyrik“ an Augsburger Gymnasien. Redakteur und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Lauter Niemand“.

Veröffentlichungen (Auswahl):
Need to speak to a Human? C4 Edition, Graz, 2011
Liebe die Stare. Prosa. Verlagshaus Johannes Frank, Berlin, 2011.
Kanon vor dem Verschwinden. Gedichte. Berlin Verlag, Berlin, September 2009.

Herausgeber der Anthologie “alles außer Tiernahrung – Neue Politische Gedichte“ – Rotbuch Verlag, 2009.

Auf Klick gibt’s eine Kostprobe:

Tom Schulz – Tag der Arbeit

 

 

Johannes Jansen

 *1966|Ost-Berlin . Aufgewachsen ist er in Freiburg, Leipzig und Pankow. Nach der Schule machte er eine Lehre als Graveur, ging dann zur Armee und begann danach ein Studium der Gebrauchsgrafik. Er lebt heute als freier Autor in Berlin. Auch arbeitet er in der Altenpflege und Heilpädagogik.

Veröffentlichungen (Auswahl):
Im Durchgang, Suhrkamp, 2009
Bollwerk, Kookbooks, 2006
Liebling, mach Lack! Kookbooks, 2004
Halbschlaf, Suhrkamp, 2004
Dickicht, Ritter, 2002

[Diese endgültige Vorläufigkeit…]

Diese endgültige Vorläufigkeit der Schlafplätze, die ich passiere, Kontrollpunkte meines Traums. Auf der Suche wie immer, doch letztendlich faul, weil vorhanden. Man muß nicht finden wollen. Nur die wunschlose Bemühung ist es, die unfehlbar eine Entschädigung einschließt. Eine Mahlzeit zum Beispiel und ein genießbarer Wein.

© Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2005 Aus: Halbschlaf. Tag Nacht Gedanken. Zeichnungen von Regen Wachsmuth Suhrkamp Verlag , Frankfurt am Main 2005 ISBN: 3-518-12380-7

Und, psssst: Sagen wir mal so: Wer sich nach der Lesung in die Bahn schwingt und Richtung Ostbahnhof fährt, der sollte dort dringend aussteigen. Das MARIA hat zwar zu, aber darunter rumort es noch – der Keller hat offen und statt Technozombies kommen da Beats raus. Sinniger-, irreführender- und witzigerweise heißt dieser Satellit des legendären Clubs Jesus und ab zwei steht da nicht nur Ruben McLoop auf der Bühne, Max Czolleks böser elektronischer Zwilling, sondern auch Simian Keiser, der ein entfernter Verwandter von Tristan Marquardt ist, allerdings nur namentlich, nicht aber räumlich – zwei Satansbraten in Jesu Bauchhöhle, da muss man doch…!

Am Dienstag (30.11.): Lesung der FixpoetInnen in der Lettrétage

29 Nov

Morgen Abend liest Birgit Kreipe (die wir am 8.11. als unseren Gast begrüßen durften) mit Julietta Fix, Marianne Rieter und Johann Reißer aus ihren Fixpoetry-Leseheften und unveröffentlichten Texten.

Dienstag, 30. 11. 2010

Beginn: 19.30 Uhr

Eintritt: 5 Euro

In der Lettrétage, Methfesselstraße 23-25, Berlin

http://www.lettretage.de/

http://www.fixpoetry.com/

Auf mittlerweile 24 Ausgaben kommt die 2008 begründete Lesehefte-Reihe, die, in der Aufmachung einem Oktavheft nachempfunden, nicht nur ein bibliophiles Kleinod darstellt. Es erscheinen jeweils drei Hefte im Quartal, welches das Geschehen in der modernen Lyrik abbilden hilft. Zahlreiche namhafte Lyrikerinnen und Lyriker haben in den Leseheften oder im begleitenden Poetryletter bereits publiziert. Wir freuen uns, gleich vier von Ihnen im Haus präsentieren zu können.

Julietta Fix, 1957 in Würzburg geboren, lebt heute in Hamburg. Nach einer kaufmännischen Ausbildung war sie hauptsächlich im Produktmanagement und im Online-Bereich tätig. Heute ist sie die Herausgeberin des Online Literaturportals FIXPOETRY.

Birgit Kreipe, geboren und aufgewachsen bei Hildesheim, studierte in Marburg, Wien und Göttingen und arbeitet als Autorin und Psychotherapeutin in Berlin. Ihre Gedichte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht, zuletzt in Die Schönheit ein deutliches Rauschen. Sie ist Mitglied im Forum der 13.

Marianne Rieter, geboren 1959, lebt in Winterthur. Nach der Ausbildung zur Kauffrau war sie in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. Sie arbeitet heute im Head Office eines Großkonzerns in Zürich. Ihre Gedichte wurden hauptsächlich im Internet veröffentlicht.

Johann Reißer, geboren 1979 in Regensburg, lebt in Berlin. Derzeit Kollegiat am Graduiertenkolleg „Lebensformen und Lebenswissen“ mit Promotionsprojekt. Finalist beim open mike 2008. Projektleiter des Poets’ Corner 2010. Veröffentlichung von Lyrik, Prosa und Essayistik in Anthologien, Online-Projekten und Zeitschriften.