Tag Archives: crauss.

Leave behind my wuthering, wuthering / Wuthering Heights. Nachruf auf mich selbst.

10 Dez

Machen wir es kurz: Nach fast dreieinhalb Jahren steige ich als Mitveranstalter von Kreuzwort aus.

Jetzt möchte vielleicht der eine oder die andere von euch wissen, warum ich aufhöre. Oder es ist euch egal. Für den Fall empfehle ich euch, Kate Bush-Videos zu gucken anstatt weiterzulesen. Alle, die weiterlesen möchten, können im Anschluss Kate Bush-Videos gucken. Deal? Okay. Here we go.

 

How could you leave me

Es ist der 9. Dezember 2013, ziemlich genau 19h. Ich sitze auf meinem Bett, es ist still in meiner Wohnung. Ich stopfe lustlos meine Vollkornnudeln mit rasch angefixter Tomatensauce in mich herein. Es ist die Art Essen, die ich mir immer zubereite, wenn ich wenig Zeit habe. Gerade habe ich wenig Zeit.

Ich schaue auf meinen Wecker, der sich nach einer Atomzeituhr stellt und ergo die knallharte Realität ausspricht. Ich seufze. Halblaut, aber ich tue es. Denn ich muss los. Zu Kreuzwort.

Im Damensalon angekommen, das weiß ich jetzt schon, werde ich eine halbe Stunde tatenlos rumsitzen, bevor die ersten Menschen eintreffen. So ist das eben.

Ich seufze erneut. Halblaut, aber ich tue es. Denn es ist mein letzter Kreuzwort-Abend als Mitveranstalter.

 

Out On the wiley, windy moors/

We’d roll and fall in green

Ich erinnere mich noch ganz gut an diesen Septembertag im Jahr 2010, als ich beim Einkaufen im Ostbahnhof eine SMS von Carolin erhielt. Darin stand sinngemäß:

„Ey, ich hab gestern in dieser einen Kneipe was mit dem Besitzer getrunken und eine Lesereihe ins Leben gerufen. Willst du da lesen? Wär aber schon am Montag.“

Es war, glaube ich, ein Donnerstag. Meine Antwort:

„Nein. Aber ich besorg dir ein paar Leute.“

Ein paar Worte, hektisch mit der einen getippt, während sich die Träger meiner Einkaufstasche in die andere schnitten. Die ersten Worte eines Kapitels, das sich über drei Jahre fortschreiben und mich konstant beschäftigen sollte. Mit vielen guten, aber auch schlechten Momenten.

 

Too long I roam in the night

Seit dieser SMS war ich mit an Bord. Wir starteten zu dritt, waren ab Anfang 2011 dann zu zweit und stellenweise obdachlos, nachdem wir von der Schließung unseres bisherigen Veranstaltungsorts über Facebook erfuhren. Es war ein Montag – genau eine Woche vor dem nächsten Termin. Wir fanden eine Alternative, aber es kostete Zeit und Nerven. Wie vieles in diesem Kapitel.

Im Herbst selbigen Jahres schmissen wir das Festival außerbetrieb in der von uns schon immer geschätzten Lettrétage. Neben Uni, Arbeit und diesem komischen Ding, das wir verknappt Privatleben nennen. In der heißen Phase kurz vor Beginn saß ich jede Nacht Mate süffelnd (Rekord: 6 Flaschen in einer Nacht) bis 6 Uhr morgens am PC. Nach drei bis vier Stunden Schlaf ging es dann weiter.

Auch der reguläre Kreuzwort-Betrieb lief nahtlos weiter. Nun in der neuen Location, der wir bisher gerne treu geblieben sind, dem Damensalon.

Das alles schlauchte. Unermeßlich. Und wir einigten uns darauf, dass wir uns so etwas zum letzten Mal aufgebürdet hätten. Carolin wagte sich trotzdem noch an die Veröffentlichung von Re-Covered, ich jedoch lehnte dankend ab. Der Ausnahmezustand von außerbetrieb sollte sich nicht noch weiter in mein Leben einschreiben. Der reguläre, auf so viele kleinteilige Einzeltasks verteilte Betrieb reichte mir völlig aus.

 

I’m coming back love, cruel Heathcliff

2012 kam die erste lange Sommerpause, im Herbst 2012 ging es weiter und als wir dieses Jahr die Sommerpause einläuten konnten, waren wir wieder heilfroh darüber. 2013 war für uns beide rückblickend ein irres Jahr. Nicht auf die gute Art. Es war anstrengend, zehrend. In jeglicher Hinsicht.

Denn wir hatten beide viel zu tun – Uni, Arbeit, dieses komische Ding, das wir verknappt Privatleben nennen – und bei aller Liebe zum Projekt stellte sich Kreuzwort im Terminplan quer. Hier noch mal ein Facebook-Posting, dort ein Blogeintrag, war das mit dem Mikro geklärt und hatte XY eigentlich schon Textprobe und Bio rübergerückt? YZ macht übrigens Stress wegen sonstwas.

Das war noch sowas. Diese XYs und YZs, Ausnahmen zwar, eine marginale Minderheit zwischen aufgeweckten und sympathischen Menschen, aber trotzdem da. Und nicht ganz so marginalen zusätzlichen Stress verursachend.

 

I hated you

Das waren so Sachen wie: Irgendjemand hatte mal auf unsere Kosten Kumpels zum Saufen eingeladen, wir brauchten drei Monate, um das Geld zurückzubekommen.

Oder sowas: Eines Tages fand ich mich in einer Tokyoter Wohnung wieder, eigentlich im Urlaub und nebenbei an einer Hausarbeit werkelnd, musste mich aber mit ZZ rumschlagen, weil wir den Blogeintrag für das nächste Event noch nicht oben hatten.

Schlechte Organisation wurde uns vorgeworfen.

Die Wahrheit war, dass wir einfach noch nicht alle Texte von Autor_innenseite beisammen hatten. Nicht unsere Schuld also. Als ich darauf hinwies, schien das egal. Ich unterstrich, dass wir aus freiwilligem (!), unbezahlten (!!) Engagement versuchen, in unserer Freizeit (!!!) Infrastrukturen bereitzustellen und bat darum, uns unsere vermeintliche „Lieblosigkeit“ und „Trantütigkeit“ doch bitte direkt vorzuwerfen statt e-Mails an Mitlesende zu senden, die dann aus Versehen an uns weitergeleitet werden.

Mir wurde daraufhin vorgeworfen, ich würde mich als Mäzen aufspielen und sollte stattdessen Solidarität walten lassen.

Solidarität.

Cool. Klar.

Muss ich die Ironie ausbuchstabieren?

IMG_20131209_211238

I loved you too

Das waren Ausnahmen, natürlich. Ich habe durch Kreuzwort vor allem viele interessante und nette Menschen kennengelernt. Mit manchen konnte ich aus Zeitgründen kaum mehr als fünf Worte wechseln, mit manchen bin ich mittlerweile befreundet.

Aber es gab auch eben diese kräftezehrenden Momente, in denen die Egos bis zum Platzen anschwollen und ich mich wirklich fragen musste, warum ich mir das gebe. Und anfing, mich rückblickend zu fragen, ob ich – vom Eintrag im Lebenslauf bis hin zu den guten Freundschaften – nicht bereits alles erreicht und derweil tolle Texte gehört, meinen Horizont erweitert, Spaß gehabt sowie meine Passion für Literatur auf eine mir entsprechende Art ausgelebt hätte.

Ich glaube, das habe ich.

Und jetzt habe ich Lust drauf, mehr Zeit zum Kochen zu haben. Oder für andere Dinge. Uni, Arbeit und dieses komische Ding, das wir verknappt Privatleben nennen.

Ich habe Kreuzwort immer gern gemacht. Am Anfang aus einem gewissen Idealismus – DIY-punkiger Lesereihenismus, Wasserglas go home! etc. pp. – am Ende aber vor allem aus dem Gedanken heraus, bekannte Gesichter zu sehen und mir ein wenig Bier und mehr als genug Gin Basil Smash in mein eigenes zu schütten.

Was nicht unbedingt heißt, ich hätte nicht gerne, aufmerksam und manchmal begeistert zugehört. Das habe ich. Aber im Laufe der letzten Monate reifte in mir der Gedanke, dass ich das genauso gut tun könnte, ohne die Verantwortung zu übernehmen. Selbstbezogen und -gerecht? Mag sein.

IMAG0280

Leave behind my wuthering, wuthering /

Wuthering Heights

Mein zweiter Seufzer um ziemlich genau 19h an diesem 9. Dezember  fiel halb schuldzerfressen, halb erleichtert aus. Denn ich lasse Carolin aus plump gesagt egoistischen Gründen im Stich und das tut mir leid. Es tut mir überdies leid, weil ich vielleicht Menschen enttäusche, die an mein Engagement geglaubt haben, meine Blogeinträge witzig fanden (ganz ehrlich: spätestens 30 Minuten nach Verfassen wusste ich für gewöhnlich nicht mehr, was ich da zusammengeschustert hatte und war nur froh, diesen Task abgehakt zu haben) oder meinen hyperdilettantischen Moderationsstil mochten.

Aber ich war eben auch erleichtert. Aller Schuldgefühle, aller Wehmut zum Trotz.

Mein letzter Kreuzwort-Abend war schlecht besucht. Das war okay. crauss., Jan Skudlarek und Chloe Zeegen waren da, haben tolle Texte gelesen. Das war schön. Ich stotterte zum Abschluss ein paar Abschiedsworte heraus. Das war merkwürdig. Einfach so per Ansage ein Kapitel meines Lebens zu schließen.

 

I’m coming home to wuthering, wuthering  /

Wuthering Heights

Carolin wird, wie gesagt, weitermachen. Wie, dazu wird sie sich in näherer Zukunft äußern. Wenn ihr meinen Platz einnehmen wollte, meldet euch bei ihr.

Wir sehen uns trotzdem da. Ich steh nur nicht mehr hinter dem Mikrofon, sondern sitz in der Ecke auf dem Sofa. Ich werde vermutlich ein ausgewogenes, ausgefeiltes Abendessen im Magen liegen haben. Und etwas weniger Stress, vielleicht sogar mehr Freude an der Sache im Gesicht stehen haben.

Und jetzt Kate Bush. Die Red Dress-Version, auf die Carolin und ich uns immer so gut einigen konnten. Danke euch allen. Insbesondere Carolin.

KREUZWORT am 9.12. mit crauss., Jan Skudlarek und Chloe Zeegen

4 Dez

Immerhin: Es hat noch nicht geschneit und Berlin fröstelt nur gräu(s)lich vor sich hin, statt im Schneewasserdreckmatsch zu ersaufen. Das sind doch, den Umständen entsprechend, gute Nachrichten. Und es ist mal wieder Kreuzwort, was für euch – da lass ich nichts anderes gelten – umstandslos gute Nachrichten sind. Diesmal freuen wir uns auf drei bekannte Gesichter. crauss. hatte bereits vor einiger Zeit bei uns gelesen und damals schon Jan Skudlarek im Schlepptau. Der allerdings ist ja schon vorher und nachher immer schon unser liebster Stammgast (sorry an alle anderen!) gewesen. Jan beziehungsweise der Arbeit des famosen STILL-Magazins, in deren Redaktion er sitzt (obwohl die, so vermuten wir, eher im Liegen arbeiten), haben wir es auch zu verdanken, dass wir auf Chloe Zeegen aufmerksam wurden. Sie las im Juni bei uns und ist nun mit einer anderen Geschichte aus ihrem soeben bei mikrotext erschienenen eBook I love myself ok? dabei. Jan hat auch vor Kurzem sein Debüt vorgelegt: elektrosmog ist kürzlich bei luxbooks veröffentlicht worden und kann bei uns vom Büchertisch weggegrabbelt werden. Und crauss.? Der hat doch mindestens fünf neue Bücher in die Diskurssuppe gespuckt, seitdem er vor anderthalb Jahren bei uns eine Lakritzvergiftung erlitt. Schönheit des Wassers zum Beispiel, im stets verlässlichen Verlagshaus J. Frank.

Also, wen von den Dreien sollten wir nun ins Rampenlicht rücken? Wie immer: Alle. Vor allem aber den Spaß. Das ist der Vierte im Bunde. Er kommt gegen 20h pünktlich zum Einlass in den Damensalon in der Reuterstraße 39 (leicht zu erreichen von der U Hermannplatz oder der U Schönleinstraße) und trinkt dort ein paar Gin Basil Smash, bis um 21h, wenn die Lesung beginnt. Neben dem Schnapsbudget hat er natürlich auch die 3€ Eintritt einstecken. Ist ja ein smoother Bursch, dieser Spaß. Ihr solltet ihn kennenlernen, ernsthaft. Und nebenbei natürlich noch einer schönen, abwechslungsreichen Lesung beiwohnen, die euch mit viel Feel-Good-Molekülen den Solar Plexus wärmen und den Grauschleier von der Stadt reißen wird. Versprochen.

P5307795-(Crauss-2013)locrauss., *1971 in Siegen / D, lebt dort. Literaturstudium, Dozent für Kreatives Schreiben, Museumstänzer, Werbetexter, Postsortierer. Mitglied verschiedener Literaturgruppen; ausgezeichnet mit Stipendien und Literaturpreisen. Letzte Veröffentlichungen: MOTORRADHELD (prosa, 2009), LAKRITZVERGIFTUNG (juicy transversions, 2011) und SCHÖNHEIT DES WASSERS (gedichte, 2013). Mehr auf www.crauss.de

crauss trance

1427851Jan Skudlarek, geboren 1986, wohnhaft in Berlin. Sein Gedichtband »elektrosmog« erschien vor Kurzem bei Luxbooks. Als Kreuzwortstammgast freut er sich, sein Buch vorstellen zu dürfen.

herrenlosigkeit Chloe Zeegen, born 1980 in the United Kingdom, gave up a successful career in arts management in London to move to Berlin in early 2012 and focus on her work as an artist and writer. Her writing is published online and has recently appeared in the debut issue of STILL magazine for young literature and photography. Her first ebook I love myself ok? was recently published by mikrotext.

Excerpt from Bierpinsel and Fuck Trauma

It’s called the Bierpinsel and I didn’t know it was in Steglitz until I moved there but I would have moved here if I’d known it was here so it’s a good job I moved there. Isn’t it? Isn’t it. Say it so I can hear you. I can see it from my flat and I can see it when I walk down the street and I can see it when I come in from the snow. Did you hear the one about the man who went into the field and it was snowing and there was all that stuff about stolen money?

Some people preferred it before it was repainted but I like it now that it’s all dolled up. When I’m far away from it, I can see it’s frightening but when I’m close to it, it charms me into accepting something.

Mit Chloe habe ich mich selbst übrigens mal über den Bierpinsel unterhalten, Nikola Richter von mikrotext hat es mitgeschnitten und das Video gestaltet sich so:

KREUZWORT xt STILL mit: ANDERSON, KRAXNER, PFISTER & WESTHEUSER

7 Mai

Wer uns kennt, weiß: Wir lieben die Overachiever von S T I L L. Obwohl ich zum Beispiel immer noch nicht mein Exemplar der Zeitschrift bekommen habe. Nicht, dass ich sauer wäre oder so. Sauer werde ich ja nur, wenn ich mit denen noch klären muss, wie unser gemeinsames Event am 13. Mai heißen soll. „STILL bei kreuzwort? kreuzwort feat. STILL?“, hieß es von deren Seite. Wer uns kennt, weiß: Namen finden und uns dann auch nicht einig sein, das ist nicht unsere Stärke. „stilles wort?“ funkte die Katze mit der großen Brille (kleiner Tipp: nicht ich) durch den Facebook-Chat zurück. Und insistierte yodaesk: „STILLES WORT STILLES WORT STILLES WORT. betrunken ich noch bin.“ Eventuell habe ich mir das aber nur ausgedacht. Eventuell nicht und wir kommunizieren tatsächlich so. So oder so: Ich habe mich dann für KREUZWORT x STILL entschlossen (weil ich den Blog schmeisse und aus anderen Gründen, die ich hier nicht nennen möchte) und dann noch ein t eingefügt, weil, na ja, wer uns kennt, weiß: Saufjargon ist unser Ding. Einfach so, weil das ja witzig ist. Haha. Hm.

Wie dem auch sei: Sonst mussten wir mal wieder wenig machen, was uns ja immer freut. Dann bleibt mehr Zeit zum Nichtstun. Die S T I L L-Gang schaufelte uns also Namen zu und wir freuten uns. Auf Shane Anderson, Petra Maria Kraxner und Lyz Pfister. Und auf Linus Westheuser, der wohl dabei sein wird, um Übersetzungen vorzutragen. Kein Grund sich nicht oder weniger zu freuen, eher noch mehr! Deshalb: Zieht euch dem Wetter entsprechend an, legt einen eurer Laune entsprechenden Gesichtsausdruck auf, packt euch Geld – mindestens aber 3€ Eintritt (oder aber mehr, um weniger zu bezahlen, siehe unten!) – in den Brustbeutel und strömt ab 20h in den Damensalon in der Reuterstraße 39 und Berlin-Neukölle. iPod mit De Höhner-Playlist nicht vergessen, einfach so aus Ironie wegen des Tippfehlers eben.

Und ja, werdet ihr euch fragen, WTF, Alter, keine Ahnung, was S T I L L ist, LOL. Das Label von MC Fitti? Noch nicht (die arbeiten bestimmt aber dran). Erstmal ist S T I L L in eigenen Worten:

You read so hard you get paper cuts? S T I L L ist ein Magazin voller neuer Geschichten und junger Fotografie. Zweimal jährlich auf Papier präsentiert es Fotokunst und junge deutsche Literatur. Ob Kurzgeschichten, Romanauszüge, Lyrik oder Drama — S T I L L steht für fiktionale Texte und Geschichten voller Fantasie genauso wie für internationale junge Fotokunst. Große Fotostrecken treffen auf Literatur und junge Autoren auf alteingesessene. Und egal, wie lange die Autoren schon schreiben: die besten Texte erscheinen zum ersten Mal bei S T I L L !

At the still point, there the dance is.

Das Debüt, mit Texten und Bildern von Andreas Stichmann, Lyz Pfister, Friederike Mayröcker, Crauss, Chloe Zeegen, Jan Wagner, Linus Westheuser, Petra Maria Kraxner, Stefanie de Velasco, Björn Siebert, Ali Taptık u.v.m.

 

Sieht so aus:

Still Cover

 

Angefasst dann so:


 

Ihr könnt sie an diesem schönen Maimontag auch kaufen, sogar billiger: Eine Ausgabe S T I L L + Eintritt = 9€. Was eigentlich dem regulären Preis der Zeitschrift entspricht. Nur habt ihr hier auch den Eintritt drin, der sich wie gewohnt auf 3€ beläuft. Entweder: 3€ für Eintritt allein oder 9€ für Eintritt + S T I L L. Klingt einfach, war aber nicht so simpel, das gemeinsam auszuklabustern (via Facebook natürlich).

 

Da kümmern die sich drum. Wir schlürfen Cocktails und Krusovice oder diesen Weißwein, der uns immer so furchtbar betrunken macht (also mich vor allem).

 

Shane Anderson wurde 1982 in Kalifornien/USA geboren. Seit 2005 lebt er in Berlin. Seine Lyrik und Prosa erschien in Magazinen wie Hilda, kill author und im Playbill zu Matthew Barneys KHU. Sein aktueller Gedichtband, Études des Gottnarrenmaschinen, erschien 2012 bei Broken Dimanche. Er arbeitet zudem als Übersetzer, kürzlich u.a. mit Uljana Wolf. www.shane-anderson.blogspot.de. In S T I L L erschienen zwei seiner Gedichte, die zudem von Linus Westheuser ins Deutsche übersetzt wurden. Linus Westheuser, wurde 1989 in Berlin geboren, studiert Soziologie und schreibt Lyrik. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt Bella triste 33. Die in S T I L L veröffentlichten Texte sind seine ersten Lyrikübersetzungen. www.gdreizehn.wordpress.com.

 

SPIRITUALLY SPEAKING, ONE NOSTRIL ONLY

 

Now the difference

shrinks between spring

and late summer

to allergies the temperature

samed, slushes the brain

into a kind of dew

we suppose to be angels’ food

[…]

 

 SPIRITUELL GESAGT, MIT NUR EINEM NASENLOCH

Jetzt schrumpft der

Unterschied zwischen Frühling

und Spätsommer

auf Allergien zusammen die Temperatur

ist geglichen matscht

die Hirnmasse

zu einer Art Tau

den wir für Engelsnahrung

halten

[…]

Petra Maria Kraxner, geboren 1982 in Zams, aufgewachsen in Tobadill, lebt und arbeitet in Berlin. Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften, Anthologien sowie auf Fotografien. Ihre Theaterstücke KESt, Nutella Town oder Die Bläue bleibt in etwa zu 52% werden vom Thomas-Sessler-Verlag Wien vertreten. Ihr jüngstes Stück, Die gesetzliche Verordnung zur Veredelung des Diesseits, wurde im März 2013 im Vestibül des Wiener Burgtheaters uraufgeführt und am Landestheater Innsbruck nachgespielt. Ein Auszug daraus erschien bei S T I L L.

Die gesetzliche Verordnung zur Veredelung des Diesseits

 

[…]

Gabriel: Ophelia, erzähl von dir.

Ophelia: W(verschlucktes ie)

Gabriel: Du scheinst mir ein schweigsamer Mensch zu sein.

Ophelia: I(verschlucktes ch)..

Gabriel: Du musst aber auch gar nichts sagen. Wenn du nicht möchtest. Ophelia, das würde ich verstehen. Das fände ich ganz und gar nicht, abstrus. Ich mag schweigsame Menschen, wirklich.

Ophelia: [Zieht sich wieder aus.]

Gabriel: Irgendwie stoße ich immerzu auf schweigsame Menschen. Sie ziehen mich an. Als gäbe es eine höhere Instanz, die mich stets an wortkarge Kommunikationspartner geraten lässt.

Ophelia: [Zieht sich einen Bademantel über.]

Gabriel: Manche Menschen müssen sich ja regelrecht zum Smalltalk zwingen. Das musst du nicht. Ophelia, wirklich nicht.

Ophelia: Du…

Gabriel: Du musst dich nicht über Kachelmanns Kakerlaken oder die momentane mediale Aversion gegen Atombusen äußern. Auch nicht über die Atomlobby, Angela Merkel oder Spreeufer- Bebauungsmaßnahmen.

Ophelia, wir können auch einfach nur ficken.

[…]

Lyz Pfister ist Autorin aus New York, die gerade in Berlin heimisch wird. Sie schreibt regelmäßig über Essen und Kultur, unter anderem in ihrem Blog Eat Me. Drink Me. www.eatmeanddrinkme.wordpress.com. In S T I L L erschien ihr Gedicht ‚After Christmas’, das dazu von Jan Skudlarek auch ins Deutsche übersetzt wurde.

 

Lyz Pfister

KREUZWORT am 12.03.: CRAUSS., NEUNER, REICH & SKUDLAREK

6 Mrz

Derweil ich in Japan den Megakapitalismus am eigenen Leib und Konto erlebe, muss sich Carolin in Berlin mit der KREUZWORT-Planung herumschlagen. Da ist es nur fair, dass ich mich auch mal ein wenig um Organisatorisches kümmer und hier die Ankündigung für den nächsten KREUZWORT-Abend am 12.03. übernehme. Exorbitant unfair, dass ich crauss., Florian Neuner, Stephan Reich und Jan Skudlarek verpasse. Sowohl crauss. als auch Skudlarek durften wir zwar schon bei uns begrüßen, da die beiden aber diesmal neue Texte im Gepäck haben wird auch dieses Trostpflaster unzureichend und ein wenig labberig (wie z.B. nach der Dusche, ihr kennt das). Die Reuterstraße 39, in der sich ja der vorzügliche Damensalon befindet (übrigens dringend probieren: Gin Basil Smash! Ich hatte immer Gin Hazel Smash verstanden und dankend abgelehnt… Da sieht man’s mal: Aufmerksam zuhören lohnt sich. Großartiger Drink) ist gut 8.9000km von meiner Bahnstation entfernt und selbst das findige google maps konnte leider keine Route für mich heraussuchen. Umso dringender, dass ihr hingeht und mir berichtet, wie’s war. Nur bitte nicht zeitgleich, schließlich ist ab 20h Einlass, da wäre es hier bereits 4h morgens am nächsten Tag. Und teuer wäre das Telefonat eh, also belasst es lieber bei den 3€ Eintritt – dafür bekommt man hier übrigens einen Salat in Größe einer Kinderfaust und mit dem Geschmack von Löschpapier. Ebenfalls mit Appetizer-Qualitäte ausgestattet und ungleich geschmackvoll übrigens Viten und Probetexte der Lesenden… Hach Kinners, ich verpass was:

crauss.:

(1971) ist ganz aus dem takt geraten, seit er vom städtischen museum als gogo-tänzer engagiert wurde. tingelt seitdem durch verschiedene textspelunken und legt sich, wenn er genug getrunken oder eine lakritzvergiftung hat, mit motorradhelden an. bücher, burschen, bilder und brandaktuelles auf www.crauss.de

(c) marvellous

und kein tag vergeht an dem ich nicht in der küche
mit einer hand am kinn stehend mir wünsche
einmal neues geschirr in den schränken zu finden:
ewig lavendel die wanne das überbordende herz
und lauter verstaubte namen und jungen
mit goldner gravur verzierte mädchen und beide
kann man nicht unterscheiden voneinander
denn hier und dort sind ihnen die ecken zerschlagen
und federn die ich mir ausreisse deswegen
und fertiggeschriebene milch dann viel zu viele
waldspalten die erbmasse brust und slogans
die man nur rückwärts auftischen kann
und im kühlschrank noch nervenschnee der hält sich
ein wenig aber wohin mit den überflüssigen unds
da kann man kompott von machen einen laden von halten!
dann kratz ich das fett von den flächen und denke
dass es einfacher wäre in ein komplett anderes buch
zu ziehen komfortabel mit frisch ausgesprochenen möbeln
und raum für ganz schlichte wieworte und auslauf für verben.
schon fängt aber eines der alten versüssungsgeschirre
zu glänzen wie grossmutter an und blümchenkaffee duftet
wie durchsichtige verse ein schimmern die stube —
dann entscheid ich mich um und bleibe bei meinen
langen zeilen und geniesse aus dünnem porzellan gegossene reime
und nippe mit dem kopf voll klischeezarte pralinen.

Florian Neuner:

https://mail-attachment.googleusercontent.com/attachment/?ui=2&ik=48477596d4&view=att&th=135e23a0b90fc6d4&attid=0.1&disp=inline&realattid=bb70999a3fcc40ab_0.3&safe=1&zw&saduie=AG9B_P-A9-4PvuQAsShq1fCrodAj&sadet=1331015176075&sads=2MHtD5epy6lpDW107d_AGL5M9K8&sadssc=1(*1972), lebt in Berlin. Mitherausgeber von Idiome. Hefte für Neue Prosa. Journalistische Arbeit u.a. für Deutschlandradio. Psychogeographische Studien
im Ruhrgebiet, Teilnehmer der Ausstellung  EMSCHERKUNST.2010. Gemeinsam mit Thomas Ernst Herausgabe der Anthologien Europa erlesen. Ruhrgebiet, Klagenfurt 2009, und Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur, Oberhausen 2010. Bücher: Und käme schwarzer Sturm gerauscht, Linz u.a. 2001, Jena Paradies, Klagenfurt/Wien 2004, China Daily, Wien 2006, Zitat Ende. Prosa, Klagenfurt/Wien 2007, Ruhrtext. Eine Revierlektüre, Wien 2010, Satzteillager, Wien 2011.

http://neueprosa.wordpress.com

Leseprobe aus „Satzteillager“  (mehr Informationen zum Buch auf Klick):

da das ein wetter zum arbeiten ist
da das ein wetter zum schlafen ist
da das ein wetter zum saufen ist
da ich in basel verabsäumt habe, mir die ausstellung venedig. Von canaletto & turner bis monet anzusehen
da die zeit zu knapp war
da ich mich nicht aufraffen konnte, nach riehen hinauszufahren & lieber in antiquariaten gestöbert habe
da das wohl eine von diesen kulinarischen ausstellungen ist, die wenig erkenntnis bringen, aber doch freude machen
da ich in vicenza ein merkwürdiges bild von canaletto gesehen habe, auf dem er die rialto-gegend nicht so zeigt, wie sie ist, sondern wie sie seiner meinung nach aussehen sollte – mit einer brücke & palazzi von palladio
da kunst mit einfachen mitteln starke gegenentwürfe liefern kann
da ich in einem fiktionalen text behaupten kann, was ich will
da diese begründungen nicht überzeugen können
da doch alles auf willkürlichen vorentscheidungen beruht
da doch alles auch ganz anders sein könnte
da man das aber immer nur sagen kann relativ zu einem satz, zu einer behauptung
da ich mich zu behaupten versuche
da es manchmal spaß macht, behauptungen aufzustellen
da es manchmal spaß macht, alles wieder umzuwerfen
da man das schreiben als spiel betrachten kann
da das eine abgeschmackte formulierung ist
da es um geschmack nicht gehen kann
da geschmacksfragen aber schwer auszublenden sind
da ich es z.b. nicht aushalten kann, wie manche philosophen schreiben, ohne deshalb ihre theorie grundsätzlich anzweifeln zu wollen – obwohl
da ich z.b. nicht aushalte, wie heidegger schreibt
da ich vielleicht einmal ernesto laclau lesen sollte, wie auch die kommunistische tageszeitung hier vorschlägt
da alexander kluge an marx mehr als dichter denn als ökonom interessiert ist
da es so sicher auch nicht geht
da alexander kluge sagt, daß marx der „dichter unserer krise“ sei
da wahrscheinlich weniger ein dichter als vielmehr eine noch weiter verschärfte krise das ist, was wir brauchen
da sehr unklar ist, wen dieses ‚wir‘ treffen kann, ein- bzw. ausschließt
da ich nichts ausschließen will
da ich mich theoretisch nicht zu weit aus dem fenster lehnen will
da es reichen muß, wenn ich mich ästhetisch aus dem fenster lehne
da ich kein talent zur wissenschaft habe & auch keine geduld
da mir die attitüden & diskursgepflogenheiten der geisteswissenschaftler lächerlich vorkommen
da mich ihre fragen & themen meist auch gar nicht interessieren
da man sich nicht für alles interessieren kann
da ich es mir zu einfach mache
da es dringlichere fragen gibt
da man das immer sagen kann
da sich doch die frage stellt, wer wie darauf vorbereitet sein wird, wenn hier alles zusammenbricht
da ich nicht sagen möchte, ich ich wäre darauf vorbereitet
da gespräche darüber immer wieder im sand verlaufen
da auch andere gespräche häufig im sand verlaufen
da man sich nicht in falscher sicherheit wiegen sollte
da ich mich gestern abend dazu entschlossen hatte, das haus nicht mehr zu verlassen & mit einem glas rotwein am schreibtisch zu sitzen

(S. 94-96)

© 2011 Klever Verlag, Wien.

Stephan Reich, geboren, aufgewachsen, lebt.
Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt Wortwuchs Magazin # 5,
randnummer literaturhefte # 4, Jahrbuch der Lyrik 2011, Versnetze Vier, etc. Finalist beim 18. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin 2010.

in den clubs

fallen die kippen
zu boden
wie patronenhülsen

zeit schiebt sich fort, auf den klos
steht die pisse

sonne, mond
in einer wischbewegung
als winkte was zum abschied
draußen, oben

lass doch bitte
dies winwin
aus den berührungen

halte sie generell
bitte
steril

Jan Skudlarek, *1986 in Hamm, aufgewachsen in NRW und Spanien. 2004
bis 2010 Studium der Philosophie und Hispanistik an der Westfälischen
Wilhelms-Universität in Münster. Literaturförderpreis 2008 der
Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK).
Westfälischer Förderpreis zum Ernst-Meister-Preis 2011. Diverse
Veröffentlichungen von Gedichten und Gedichtgruppen. Pendelt zwischen
Berlin und NRW.

Kreuzwort am 14.11.: crauss. / Breyger / Krämer / Schmid

6 Nov

Wenn man keine Ahnung hat, welchen semi-humoristischen Aufhänger man für den nächsten Blogeintrag zum nächsten Kreuzwort-Abend am 14.11. ab 20h hat, weil denken irgendwie anstrengend ist, dann hilft die wordpress-Statistik weiter: „straßenstrich nähe schönleinstrasse“, so kann man uns über google finden, scheint es. Schön. Statt sex kommen aber eher – Wahnsinnskalauer – text workers zu uns und aus der voyeuristischen bzw. ecouteuristischen (gibt es wirklich, das Wort) Perspektive muss man lediglich 3€ Eintritt hinlegen. Um das zu konkretisieren: Aus der Nähe des Straßenstrichs bzw. der U Schönleinstraße oder aber der U Hermannplatz kommt man ja sehr schnell in die Reuterstraße 39 und somit in den – weitere Wahnsinnspunchline von Wortspiel in 3, 2, 1,… – (Anstands-)Damensalon. Dort warten dann Yevgeniy Breyger – welcher auch am 16.11. in der Lettrétage lesen wird, dort allerdings PROSA, bei uns LYRIK -, Thorsten Krämer mit Prosa, Annina Luzie Schmid und crauss. kommen ebenfalls lyrisch.

In alfabetischer Order:

Breyger, Yevgeni: wurde 1989 in der ukraine geboren, lebt seit 1999 in deutschland. studiert kreatives schreiben an der uni hildesheim. hat mehrere preise und stipendien gewonnen, darunter ein arbeitsstipendium der stiftung niedersachsen und den mit 2000€ dotierten selma-meerbaum-eisinger literaturpreis.hat in zeitschriften und anthologien veröffentlicht, u.a: konzepte, bella triste, poet, wortwuchs.

funker

nimm dein tierpräparat in die hand, hier kannst du
nicht bleiben: geweihe, gewehr aufgehängt. moment,

du zeichnest mich ab. etwas kleines im nacken,
bestimmst du die art, den gehalt? schiene. zurück,

nimm dein tierpräparat, behalts. du faltest einen
doppelten knoten ins bild, ziehst mich auf. schleife

zwischen die hufen, geschenkt. spul an den anfang,
klemm das ding unter die arme, spann es dir ein.

crauss.:

(1971) ist ganz aus dem takt geraten, seit er vom städtischen museum als gogo-tänzer engagiert wurde. tingelt seitdem durch verschiedene textspelunken und legt sich, wenn er genug getrunken oder eine lakritzvergiftung hat, mit motorradhelden an. bücher, burschen, bilder und brandaktuelles auf www.crauss.de

(c) marvellous

Hier wird erkenntlich dass cräuss.sche Texte mehr Fäden haben als dieser Blogeintrag, dort bekommt man eine utopische/dystopische (man weiß es nicht) Zukunfts- oder Vergangenheitsvision zu Florians in Berlin, die vielleicht am 14. eintrefen wird oder Teil der Vergangenheit gewesen sein könnte. Kurz: Klicken & crauss. lesen!

Krämer, Thorsten: geboren 1971, lebt in Köln. 1998 erschien sein erstes Buch, „Ich heiße Hal Hartley“, seit diesem Sommer ist das fünfte erhältlich: „Der graue Cardigan“. Daneben zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien sowie Arbeiten für Radio und Fernsehen.

Ab Januar 2012 startet die Reihe krämer’s monthly mit jeweils einem Band pro Monat. www.thorstenkraemer.de

Aus „Der graue Cardigan“:

Meistens bin ich es, der das Besteck vom Frühstück in die Spülmaschine räumt. Aber nicht direkt. Vom Tisch wandert es zunächst in die Spüle, entgegen aller Weisheit in Sachen Organisation und Prozesse. Die besagt, dass man einen Gegenstand nicht öfter als notwendig in die Hand nehmen soll. Es ist schlicht ineffizient, das schmutzige Besteck erst einmal in die Spüle zu legen und dann, vielleicht eine halbe Stunde später, von der Spüle in die Spülmaschine zu befördern. In Wahrheit ist diese Handlungsweise natürlich nicht nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit ausgerichtet, vielmehr steht die Kommunikation im Vordergrund. Das schmutzige Besteck in der Spüle ist ein Angebot zur Teilhabe, ich biete ihr damit die Möglichkeit, ihrerseits aktiv zu werden. Ich lege das Besteck in die Spüle, sie räumt es von dort in die Spülmaschine. Auf diese Weise sind wir beide beteiligt, das Besteck verbindet uns. Das ist ein schöner Gedanke, finde ich, aber in der Praxis funktioniert das leider nicht so gut. Entweder ignoriert sie das Besteck in der Spüle einfach, oder sie fragt mich, warum ich es nicht gleich in die Spüle geräumt habe. Auf diese Frage aber antworte ich nicht, sie muss schon selbst dahinter kommen. Wenn man genau hinhörte, könnte man sogar einen leicht vorwurfsvollen Unterton in ihrer Stimme heraushören, aber ich bin meistens zu unkonzentriert, um so genau auf jede Nuance ihrer Stimme zu achten.

Schmid, Annina Luzie: Bloggerin, Social Media Beraterin, freie Autorin. Urheberin des GIRLS CAN BLOG Projektes (seit 2010) und des Litblogs Words On A Watch (seit 2007). Veröffentlicht in diversen Print- und Online-Magazinen. Geboren in Zürich im Jahr 1983, derzeit wohnhaft in Berlin.
www.anninaluzieschmid.net und http://wordsonawatch.blogspot.com/

ich in tüll laken lackkleid nag am fensterrahmen bricht licht in triangelstrahlen staub wendet sich blendet und ich urban es urbakterium will unter wasser ober flächen molekül sein mir von dir mit spitzen lippen zeigen lassen wie die fische machen algen mähen zwischen heiligen korallen mit dir fieberpirouetten drehen in tiefsee kissengraben sinken auferstehen als dampf noch einmal durch die nacht als regen wieder niedergehen…