Mehr zum nächsten KREUZWORT-Abend am Montag, dem 14. Februar (auch „Valentinstag“ genannt)

7 Feb

Wie schon angekündigt, werden wir mit dem schüchternen Tom Bresemann, dem pornösen Philip Maroldt und dem schrecklichen Georg Leß am „Valentinstag“ ordentlich Radau machen. Von unschuldiger Liebe über Sex und Porno bis hin zu Horror und Verstümmelung ist hier alles vertreten. Zusätzlich wird alles noch mit einem My-Bloody-Valentine-Preisrätsel und einer kleinen feinen Poster-Slideshow zum Thema „Herzen im Horrorfilm“ von Georg Leß aufgemotzt – warum also ein Vermögen für Blümchen, Pralinchen und Häppchen beim Edel-Franzosen ausgeben: Hier spielt die Musik, Freunde der gepflegten literarischen Unterhaltung.

Am Montag (14.2.) mischen wir mal wieder den Betrieb auf. Wir sehen uns ab 20.30h im Schatzi Neuberg (Kottbusser Straße 13, zwischen den U-Bahn-Stationen Kottbusser Tor und Schönleinstraße). Der Eintritt beträgt 2 Euro.

Nun mehr zu unseren Gästen:

TOM BRESEMANN

hat neben vielen Veröffentlichungen in diversen Magazinen und Anthologien auch einen eigenen Gedichtband „Makellos“ veröffentlicht. Zudem ist er Mitbegründer S³ Literaturwerke und der Lettrétage.

„Sie, vor ihm auf Knieen, den Kopf zurückgedreht, sie, unter ihm, die Unterschenkel fest um sein Becken gewinkelt, die Finger in seinen Hintern verkrallt, das ist dabei.
Juliane, die sich nicht küssen lassen will. Ihr Leben hängt davon ab.
Immer wieder Juliane, den Kopf von-rechts-nach-links werfend, dann innehaltend, aufblickend, unter der glänzenden Schminke, unter der Haut kein Gesicht, das seine rechte Hand nimmt, sich an den Hals legt:
– Drück zu!
Konstantin, der zudrückt.
Juliane, die beginnt, schneller zu atmen, das ist daraufhin. Die Halsschlagader tritt deutlicher zu tage. Konstantin empfindet Wut in sich aufsteigen. Der Hals ist so dünn, dass man ihn mit einem festen Griff jetzt einfach durch brechen könnte, denkt er.
Er kann die Lymphknoten erkennen, würde sie aber nicht als geschwollen bezeichnen. Die Haut konturiert ein System von Adern, das sich umso deutlicher abzeichnet, je fester er zudrückt. Die Haut verfärbt sich bläulich unter den Fingern, und obwohl er weiß, dass das normal ist, ekelt sich Konstantin vor der Verfärbung.“

PHILIP MAROLDT

wurde geboren. Schreibt.

„Ich habe beinahe vergessen, wer hier eigentlich erzählt, daß ich es bin, der etwas zu berichten hat, etwas, das alles gesagte aufhebt und endlich einen Neuanfang bedeutet, eine innere Revolution, die sich von keiner Musik aufhalten, zurückhalten läßt, die das Äußerste nach Innen kehrt, die mich in eine schöne neue Welt zurückkatapultieren wird, nein, bereits katapultiert hat – denn jetzt, an genau diesem Punkt ist längst alles entschieden, die kleinen, schwer fassbaren Strukturen vermehren sich bereits unaufhaltsam in meinem Körper, dringen in meine Zellen ein als sanfte, mitleidlose Schläfer, setzen mich einem heilsamen Terror aus, der mir ein neues Leben ermöglichen wird, in dem jede Sekunde zählt.“

GEORG LEß

1981 in Neheim geboren, wohnt in Berlin. Er veröffentlichte Lyrik und Prosa in Literaturzeitschriften und Anthologien.

Auszug aus einem Liebes- und Phantomroman

„Lebendig und zu Hause angekommen stolperte ich als erstes über die ausgestopfte Bestie, wobei sie den gesamten Flur entlang rutschte. Es lösten sich einige Zähnchen, sprangen klacklacklack über die Dielenbretter, sowie ein längliches Knochengebilde, das bei späterer Inspektion nirgends zu fehlen schien. Damenbesuch sollte es bald sachkundig als Baculum identifizieren.

Ein breiter, rehbrauner Nubukledergürtel führte 68 Zentimeter um sie herum. Wobei ich mich in diesen Dingen gern verschätzte. Das, was sich da in meinem Hirn wie eine Urwaldschlange zusammengerollt hatte, war kein Maßband, sondern ein Verlangen.

Wenig später geschah der bereits angedeutete Zimmerbrand, kam es zum besagten Wasserschaden, in jedem Tropfen eine Rußgalaxie. Sie sah dabei zu, so weiß und still. Als es Blasen warf, schmolz, ihre Augenfarbe und Staatsangehörigkeit. Das alles musste ja einmal ein Ende finden. Warum nicht meins?“

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