Archiv | Januar, 2011

Die nächsten Termine: lauter niemand-Benefiz, Club Palenquita Islands und ParlandoPark

25 Jan

Nach einem sehr schönen Abend mit Manuel Stallbaumer, Jan Skudlarek, Philipp Günzel und unserem kurzfristig eingespannten Special Guest Armin Kurosh Marschall (danke an alle vier an dieser Stelle!) möchten wir wieder über ein paar Kreuzwort-externe, aber unbedingt lohnenswerte Veranstaltungen informieren.

 

lauter niemand Soli-Lesung am 26.01.

lauter niemand, Literaturzeitschrift und Literaturlabor in einem, gehört sowieso unterstützt. Die konkrete Chance dazu bietet sich (neben dem Kauf der Zeitschrift natürlich) am Mittwoch, dem 26.01. ab 20.30h im Max und Moritz in der Oranienstraße 162.

Dort findet eine Soli- bzw. Benefiz-Lesung für den Verein statt. Das Programm lässt die 7€ Eintritt ziemlich schlapp erscheinen:

Volker Braun
Tanja Dückers

Kristof Magnusson
Kathrin Röggla

Torsten Schulz
Arnold Stadler

Ulf Stolterfoht
Julia Zange

Also nichts wie hin da, für den guten Zweck, den guten Text und einen schönen Abend!

 

Club Palenquita Islands am 29.01./30.01.

Palenquita, das ist eine Insel, die man – bei passendem Kleingeld – sich durchaus mal gönnen könnte. Jinn Pogy (wir erinnern uns) hat sich in einem lohnenswerten Text literarisch mit Palenquita auseinandergesetzt. Davon ausgehend entwickelte Jinn mit Johann Reißer und 12 weiteren Künstlern und Dichtern die begehbare Installation Club Palenquita Island.

Am Samstag, dem 29.01. veranstalten die 14 Künstler nun in der Galerie Open am Legiendamm 18-20 einen Abend, der es mit Sicherheit in sich hat: „ Mediale Konstruktionen von Inseln werden auf mehreren, im Raum verteilten „Inseln“ in Performances, Textvorträgen, Installationen, Film- und Musikdarbietungen der 14 teilnehmenden Künstler verhandelt.“ – Literatur, Musik, Installationen, Filme – alles dabei.

Ganz im Gegensatz zu so mancher tropischer Insel ist Eintritt und Spaß an der Sache kostenlos.

Wir packen die Badehosen und raten euch, das auch zu tun!

(Am Tag drauf geht’s dann auch gleich weiter mit einer „Strandstreifenlesung“ + Klangcollage; das geht um 14 Uhr los.)

 

ParlandoPark: Büro für Kritik am 30. Januar

Offene Bühne mit Hendrik Jackson, der entweder „Sodom & Gomorrah“ oder „Honigzungen“-Besprechungen abliefern wird.

Auf jeden Fall lohnenswert, allein schon, weil ParlandoPark unsere neue Lieblingslesebühne ist.

Zu finden im Prenzlberg, genauer gesagt in der Stargader Straße 24 im Soupanova (keine Angst, haben auch Bier und feste Nahrung). Geht los ab 20h und ist für umme (sagt man das noch, wenn man kostenlos meint?).

Traut euch!

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Mehr zum nächsten KREUZWORT-Abend am Montag, dem 24. 1.

20 Jan

Unser nächster KREUZWORT-Abend am Montag, dem 24. Januar 2011 wird deutschland-/randnummerweit-lyrisch:

Mit Jan Skudlarek, dem Münsteraner Open Mike-Gewinner der Herzen, dem randnummer-Mitherausgeber Philipp Günzel aus Hamburg sowie Manuel Stallbaumer, dem blutjungen Leipziger Lyriksternchen.

Diese vielversprechende Lyrik-Runde erwartet euch am Montag (24.1.) ab 20.30h im Schatzi Neuberg (Kottbusser Straße 13, zwischen den U-Bahn-Stationen Kottbusser Tor und Schönleinstraße). Der Eintritt beträgt 2 Euro.

Nun mehr zu unseren Gästen:


JAN SKUDLAREK


*1986 in Hamm, wuchs in NRW und Spanien auf, lebt in Münster. Abitur 2003 in Hamm. Seit 2004 Studium der Philosophie und Hispanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Literarische Tätigkeit seit 2007. Preisträger des Literaturförderpreises 2008 der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK). Seit 2008 Veröffentlichung einzelner Gedichte und Gedichtgruppen in Literaturzeitschriften und Anthologien, u.a. in Neue Rundschau, randnummer, [sic], Edit und in Versnetze_drei. Finalist beim 18. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin. Das Lyrikheft „erloschene finger“ erschien 2010 in der parasitenpresse.


gewiß, irgendwo

in flagranti der mond. als totenkopf schwärmer, genadelt
auf dem sammelkissen des morgens
treiben noch staubkörner der nacht. wir zählen sie
mit den fingern, die angeschwemmt werden
an den ufern des inneren auges. hoch ist die luft
feuchtigkeit im habitat unserer träume, gewiß, irgendwo blühen
die wecker der frühaufsteher auf
ihren beistelltischchen. wie fliegenpilze langsam geht die sonne
auf das bier ist kalt dein flaschenhals ist warm
und vor den fenstern gähnen noch die silhouetten
exotischer vögel. wir kauen uns gegenseitig
ein ohr ab es ist streckenweise so zäh


PHILIPP GÜNZEL


geb. 1980 in Hamburg, lebt dort und ist Mitherausgeber des Literaturheftes randnummer.


wohlfühleinrichtung mit fachausdrücken. – die strategisch
arrangiert sein will. ein quader hier und gewürf
eltes dort, vielleicht. die polster abgezählt, der balkon noch
in der beta-version monogeblockt. ich möchte
dass sich an dieser stelle die personen nicht lange aufhalten
ich möchte stetige verwechslung damit nicht alles gleich
vor sich hin korrumpiert. kann das jemand kurz
verfilzstiften: m² geteilt
_________________durch habitus-maß-index
verwirren wir zukünftige archäologen mit dem trick in die höhe
zu arbeiten und oktroieren uns einen german schäferhund
aufs gemüt, der scheppert famos und nennen ihn ‚die gute stube’
schnell bildet sich eine welt mit eigenen regeln&ritualen
in kooperation mit abkapselungs-strategien innerhalb
der kernfamilie durch demonstratives
___________________________verrücken von möbeln
weitere anregungen nachzuschlagen im handbuch
für angewandtes cocooning. per klatschkommando wünschen
wir konversation zu machen, woraufhin lediglich drinks
gereicht und das aschen in eine für diesen zweck geformte
gorillahand angeregt werden. wir halten es für eine kostenlose
post-koloniale app. um
________________räume zu ordnen. der zweite versuch
uns darüber zu unterhalten worüber wir uns gerne unterhalten
würden scheitert, weil unterhalten bedeutet dem anderen ins wort
zu fallen. die äußerung „des flip-charts ehernes gesetz …“ findet
ein jähes ende da diese genitiv-konstruktion unserem anliegen
zuwider läuft. was festzustellen ist: morgen beim absingen
der unternehmenshymne werde ich nur die lippen bewegen


MANUEL STALLBAUMER


geboren 1990, äußerst glückliche Kindheit und Jugend in Aidlingen (bei Stuttgart), seit 2009 Studium in Leipzig.


ein fußbreit im dezember vor
einem verschlossenen stück gehölzrand

du hast mehr als eine haut und
wer sie dann bespricht oder uns die
staubige fadheit anrechnet steht
schulter an schulter im knietiefen wasser

uns umrahmen zerfledderte zäune mit
kohlestiften in die landschaft schraffiert
an und für sich müsste man das verstehen


NOTIZ:

Leider, leider fällt die Lesung von Simone Kornappel krankheitsbedingt aus. Wir werden es ankündigen, falls wir in den nächsten Tagen noch einen weiteren Gast zum Lesen einladen können. Aber keine Sorge: Simone wird uns dann natürlich ein anderes Mal beehren.

Interview zu: Literatur & Internet

18 Jan

Als ein Projekt, welches sich vorrangig durch das Internet seine Autoren fischt, kommuniziert und die Werbetrommel rührt, profitieren wir von KREUZWORT außerordentlich durch das Internet. Und da dieser Blog von Anfang an dafür gedacht war, nicht nur als Terminkalender zu fungieren, sondern auch Inhalte zu tragen, gäbe es wohl keinen sinnigeren Anfang, als sich damit auseinanderzusetzen, womit wir täglich operieren: Dem Internet.

Tristan Marquardt, der bei uns zusammen mit Lea Schneider und Tom Bresemann unsere erste Lesung bestritt im E-Mail-Interview mit Kristoffer Cornils von KREUZWORT.

Kristoffer Cornils: Das Internet besitzt für die Literaturlandschaft mittlerweile einen hohen Stellenwert. In welcher Form nutzt du als Konsument von Literatur das Internet?

Tristan Marquardt: In jeglicher, und das nicht freiwillig. Grund dafür ist unser aller Liebling, das Buch, das zwar dafür sorgt, dass Literatur im Vergleich zu anderen Bereichen (Musik, Fotografie etc.) im Internet deutlich unterrepräsentiert erscheint, das selbst aber nie aufzufinden ist. Denn fast alle Buchhandlungen sagen dir: Lyrik ist tot – nur beim Zeitpunkt sind sie sich je nach Todesdatum von Celan, Jandl oder Domin uneinig. Also durchforsche ich das Internet und bin dankbar dafür, von nahezu jeder/m Lyriker/in ein paar Textproben zu finden, die dann darüber entscheiden, in welchen Gedichtband ich bei der nächsten Lohnauszahlung investiere.

Und wie ist es als Besucher von Literaturveranstaltungen wie Kreuzwort?

Newsletter, Mail-Verteiler, Homepages von Literaturinstitutionen – ich frage mich manchmal, wie das ohne Internet gelaufen ist.

Meinst du, die Bandbreite an Informationen lässt es überhaupt noch zu, genügend Aufmerksamkeit auf das Angebot zu richten? Oder muss man sich zwangsläufig etwas völlig Außergewöhnliches einfallen lassen, um Leser oder Besucher zu ködern?

Nicht zwingend. Ich würde darauf vertrauen, dass es doch eigentlich mehr die Leser/innen oder Besucher/innen sind, die das Angebot suchen und filtern, und weniger umgekehrt. Denn wenn man mit „völlig Außergewöhnlichem zu ködern“ versucht, verändert sich letztlich mehr die Art der Zielgruppe als ihre Größe – was ja durchaus auch interessant sein kann. Insgesamt würde ich aber gerade in der Lyrikszene nicht von einem Überangebot sprechen; in der Berliner Technowelt bspw. sieht das schon anders aus.

Die Vernetzung von Schriftstellern wird vereinfacht, der Austausch wird immer lebendiger und vielfältiger. Denkst du, das Internet führt durch die sukzessive Vernetzung auch zu einer Demokratisierung der Literaturszene?

Nein, und das liegt wiederum am Buch. Letztlich hat der hierarchische Aufbau der Literaturszene durch das Internet einfach einen breiteren Unterbau erhalten, in dem nun allerdings tatsächlich bessere und intensivere Vernetzung herrscht. Dennoch wird es kaum dazu kommen, dass Suhrkamp-Lektoren auf keinVerlag.de nach Nachwuchs stöbern, und das ist nachvollziehbar. Schließlich sind auch bei Zeitschriften die Anfragen stets höher als die Nachfrage.

Der Lyrikzirkel G13, in dem du dich auch bewegst, hat einen Blog, der stetig mit neuen Gedichten von euren Mitgliedern gefüttert wird. Würdest du sagen, dass das Internet eine Möglichkeit für unbekannte Autoren eröffnet, sich abseits der Szene, der Lesebühnen oder Zeitschriften zu etablieren?

Sich abseits der Szene etablieren – die Antwort darauf muss in unserem Falle so paradox wie die Frage sein: Ja und nein. Zunächst ist es so, dass unser Blog primär deshalb ins Leben gerufen wurde, um einen besseren Austausch unter den Mitgliedern zu ermöglichen, da es uns kaum je alle an einem Ort hält. Er war und ist also weniger als eine Repräsentationsplattform  im Stile des Poetenladens gedacht, sondern mehr als Netzwerk eines dynamischen Austauschs von Poesie und Poetologie. Je mehr von uns aber in Lesungen oder Zeitschriften aktiv wurden, desto mehr wurde auch der Blog zum Medium, sich einen Eindruck von uns zu verschaffen – die zurzeit ca. 10000 externen Zugriffe in knapp zehn Monaten zeugen davon. Trotzdem glaube ich, dass diese Art von Text-Veröffentlichung einem ‚Etablieren‘ im eigentlichen Sinne auch im Wege stehen kann: Der open mike bspw. lässt ausschließlich Texte zu, die auch im Internet noch unveröffentlicht sind – was ich, gelinde gesagt, ziemlich engstirnig finde.

Auf eurem Blog muss man immer etwas suchen, bis man herausfindet, von wem überhaupt der Text ist, den man grade gelesen hat. Ist diese so entstehende Anonymisierung der Texte beabsichtigt?

Die/den Autor/in findet man jeweils unter „Tags“ neben dem Text. Dass das nicht so offensiv dargestellt ist, finde ich deshalb schön, weil dadurch der Text im Zentrum steht, und nicht sofort nach Verfasser/in selektiert werden kann. Trotzdem ist es wichtig, diese kenntlich zu machen, weil wir eine sehr heterogene Gruppe sind und bleiben wollen. Ziel ist es, dass sich jeder auf seine Art entwickeln kann, nicht, dass unsere Texte untereinander austauschbar werden.

Interessant finde ich bei dir, dass du ein Pseudonym verwendest. Wieso? Meinst du, es ist dir trotzdem möglich, dir ‚einen Namen zu machen‘? Oder zielst du etwa grade darauf ab? Bei einer google-Suche habe ich schließlich mit „Tristan Marquardt“ mehr Erfolg als mit deinem bürgerlichen Namen.

Um es ehrlich zu sagen: Zunächst war meine Entscheidung für das Pseudonym aus Gründen der Abgrenzung von eigenem älterem Geschriebenen eine ziemlich naive. Mittlerweile habe ich begriffen, was es für Nachteile mit sich bringt. Ein Pseudonym gilt im literarischen Umfeld primär als arty und ist es deshalb auch. Dennoch hat gerade die damit in Zusammenhang stehende Art und Weise, wie man im Allgemeinen mit Namen umgeht, dazu geführt, das Pseudonym erst recht zu beizubehalten: Autor-Namen garantieren einen vermeintlichen Sinnzusammenhang zwischen Mensch und Text, worin weit mehr liegt als eine simple Verfasserzuschreibung. Originalität (1), Authentizität (2) und Kontinuität (3) sind hier nur einige Stichworte: Spätestens seit der Romantik erwartet man sich von Schriftsteller/innen, dass sie – weil durch höhere Inspiration angeregt – ‚Einzigartiges‘, ‚Originielles‘ schaffen (1), und zwar aus einem inneren Drang, einem Nicht-Anders-Können (2), und dass sich dabei durch ihr Lebenswerk ein roter Faden, ein Sinnzusammenhang zieht (3). Mit der Wahl gerade dieses Pseudonyms geht es mir darum, diese Prozesse wenigstens reflektiv zu halten – auch weil es für meine Lyrik eine große Rolle spielt. Zwar habe ‚ich als Mensch‘ weder etwas zu verbergen, noch zu exponieren. Dass das Pseudonym eine solche Vermutung aber nahe legt, verdeutlicht letztlich, was für alle Namen gilt: Sie sind stets mehr als nur simple Zuordnung.

Inwiefern benutzt ihr das Internet nicht nur als Plattform, sondern integriert es auch in eure Arbeit?

Die Integration ist ein guter Punkt: Gerade hier liegt vielleicht der zentrale Aspekt einer produktiven Begegnung von Literatur und Internet – ein Potential, das es größtenteils noch auszuschöpfen gilt. Denn man kann das Internet ja nicht nur als Plattform, sondern auch als Medium für lyrische Verfahren nutzen. Zwei kleine Beispiele: Erstens lässt sich etwa durch Hyperlinks die Grenze des traditionellen Text-Begriffs hin zu einem verwobeneren Gefüge überschreiten: betrachten sie die fauna im taunus. Zweitens hat das Internet die Formen der Wissensgenerierung und -sicherung verändert. Diesbezüglich liege ich gerade mit Wikipedia im Clinch. Nachdem ich immer wieder so großartiges Wissen von dort wie etwa der kranich ist ein vertreter aus der familie der kraniche lyrisch verarbeitet habe, hatte ich nun das Vorhaben, eine Wortschöpfung aus einem neueren Text durch einen selbst verfassten Wikipedia-Artikel „real“ und „wahr“ werden zu lassen. Zwar scheitere ich zurzeit am Fake-Filter, aber es wird sich schon noch eine Möglichkeit finden lassen, ihn mit ebenfalls fingierten Quellen zu umgehen.

Würdest du die digitale Poesie und den Umgang und die Integration des Internets als eine Ausprägung spezifisch ‚junger‘ Schriftsteller sehen?

Als Gegenstand der Thematisierung wohl schon. Wenn es aber um die angesprochenen Verfahren und Funktionsweisen des Internets geht, ist es, glaube ich, altersunabhängig eher generell experimentelle Lyrik, für die sich eine Arbeit mit dem Internet anbietet. So arbeitet ja z.B. Ulf Stolterfoht, den ich zwar noch nicht als alt, aber auch nicht mehr als jung bezeichnen würde, seit Jüngstem täglich an einem „Systemgedicht“ im Internet (siehe Link unten).

Was sind deiner Meinung nach die lohnenswertesten, interessantesten oder informativsten Internetseiten, was Literatur angeht?

Ich kann zwar kompetent nur für Lyrik sprechen, verweise da aber unumwunden auf das noch neue Blog-Gefüge BRUETERICH TM, in dem sich tägliche Dosen antisemantischer Impulse, eine Online-Zeitschrift, alter Körper – geladen mit Hass u.v.m. verweben. Ansonsten lässt sich der Tag wunderbar auf Lyrikline, dem Poetenladen, Lyrikkritik, Lyrikzeitung usw. usf. vertreiben. Zudem gibt’s ja ohnehin alle Infos auf uschtrin.de, und wenn dann noch Leute wie ihr dazu kommen, die ihren Blog nicht nur zur Promo, sondern auch für Inhaltliches nutzen, lohnt sich das Surfen umso mehr.

Vielen Dank für das Gespräch und bis hoffentlich bald wieder bei KREUZWORT.

Literarische Ausgehtipps zum Wochenende:

12 Jan

Bevor es am 24. Januar mit Simone Kornappel, Philipp Günzel, Jan Skudlarek und Manuel Stallbaumer bei uns weitergeht, hier unsere Vorschläge für die Wochenendgestaltung:

Am Freitag, 14. Januar:

randnummer – Releaselesung zur 3. Ausgabe

Das Hamburger Literaturmagazin für Gegenwartsliteratur präsentiert eine Zivilcollage mit:

Nicolai Kobus

Hendrik Jackson

Richard Duraj

Manuel Stallbaumer

http://www.randnummer.org/

In der Lettrétage:

Methfesselstraße 23-25, Berlin (U Mehringdamm / U Platz der Luftbrücke)

Start: 19.30 Uhr

Eintritt: 5 Euro

Am Samstag, 15. Januar: OHNE TIERE

Lesung, ebenfalls in der Lettrétage, mit:

Tom Bresemann

Roman Israel

Sonja vom Brocke

Sonja vom Brocke (geb. 1980 in Hagen/Westfalen, lebt in Berlin) schreibt Gedichte, Prosa und monologische bis vielstimmige Texte. Sie veröffentlichte bislang in Zeitschriften und 2010 die Einzelpublikation Ohne Tiere im Verlag Heckler und Koch, Berlin. Hin und wieder arbeitet sie mit bildenden Künstlern zusammen und rückt dabei ihre Texte in räumliche Verhältnisse auch abseits des Blattes.

Roman Israel (geb. 1979 in Löbau) lebt als freier Autor in Dresden und Leipzig. Seine Texte kombiniert er mit Fotos, Grafik, Film, Musik. Zu seinen literarischen Besonderheiten zählen Beschreibungen skurriler Charaktere und Situationen mit gesellschaftskritischen, nicht selten politischen Untertönen. Seit 2005 ist er Mitglied der Lesebühne Sax Royal, die monatlich im Kulturzentrum Scheune in der Dresdner Neustadt ihre neuesten Geschichten, Gedichte, Songs und Hörspiele präsentiert.

Tom Bresemann (geb. 1978 in Berlin) ist bisher hauptsächlich als Lyriker in Erscheinung getreten. Nach Abschluss der Arbeiten an seinem 2011 erscheinenden Gedichtband widmet er sich hauptsächlich dem Schreiben von Erzählungen und wird aus seinem entstehenden Prosamanuskript lesen. Die Publikation Covering Onetti (Verlag Lettrétage) bildet hierbei einen Referenzpunkt, von dem es sich fortzuschreiben gilt.

In der Lettrétage:

Methfesselstraße 23-25, Berlin (U Mehringdamm / U Platz der Luftbrücke)

Start: 19.30 Uhr

Eintritt: 5 Euro

Am Sonntag, 16. Januar:

Parlandopark, diesmal „björk binär“

Der dieswöchige offene Lese- und Diskussionsabend wird von der Lyrikerin und randnummer-Herausgeberin SIMONE KORNAPPEL moderiert:

Videos zu aktuellen humanoiden Robotern aus Korea (eveR-) und Japan (hrp-4c)

Ausgesuchte Maschinen- und Databaselyrik verschiedener Autoren

Dazu Auszüge aus ULF STOLTERFOHTS „ammengespärche“ (roughbooks)

Gast & Gedichte „zwischen den nullen und einsen“: PHILIP MAROLDT

Im Anschluss offene Köpfe, Diskussion

Im Soupanova:

Stargarder Straße 24 (S Prenzlauer Allee)

Start: 20 Uhr

Eintritt frei

Jahresstart mit KREUZWORT am 10.01.

6 Jan

Nach allen überstandenen Zwangsveranstaltungen und Wetterkatastrophen geht es auch 2011 wie gewohnt weiter mit KREUZWORT – mit Niklas Lemniskate, Jinn Pogy & Ron Winkler (mit Klangcollagen von Paul Novik).

Der gewohnte Ort bleibt das Schatzi Neuberg in der Kottbusser Strasse 13 (zwischen U Kottbusser Tor und U Schönleinstrasse), die gewohnte Anfangszeit ist 20.30h am 2. Montag des Monats, also dem 10.01. Jetzt nur noch die gewohnten 2€ Eintritt mitnehmen und dann kann man sich im gewohnten Ambiente einen ganzen Batzen Lyrik von Lyrikern anhören, die da wären:

Niklas Lemniskate wuchs seit ca. 1920 als Kaninchen unter Dodos auf. Seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts war er Lehrling in der Wortschmiede des Eisenbahndepots Nordsüdinnung. Es folgten in den 1630erJahren Auftritte im wandernden Androidentheater, das sich allerdings nicht lange am Leben halten konnte. Bei einem später folgenden freien Wettbewerb im Wortwerfen zeichnete er sich besonders aus.  Zur Belohnung erhielt er zwei Dutzend Kronkorkenorden und musste diese an sich befestigen. Dieser Umstand erschwerte in der Folgezeit seine Sicht auf die Dinge im Allgemeinen. Er zog sich deswegen in ein Hasenloch zurück, kratzte lyrische Texte aus den Wänden und brachte sie erst viele Jahre später zu einem nahegelegenen Gunstmarkt. Seitdem entstanden freie Kooperationen mit so namhaften Größen wie dem Zufall.

Text entfernt wegen weil.

Jinn Pogy, Berlin. Veröffentlichungen seit 2009 in Literaturzeitschriften wie lauter niemand, Ostragehege, Randnummer, Um(laut), Belletristik, Poetmag, sowie online textenet-galerie.de

(Leipziger Literaturherbst) und im Poetenladen. Seit Ende 2008 Redakteurin und Mitherausgeberin der „Berliner Zeitschrift für Lyrik und Prosa, lauter niemand. Lesungen in Berlin, Hamburg, Leipzig, Chile. 2008 Preis der jungen Akademie der Wissenschaften für „Erika Mustermann“. Aktionskunstprojekt mit anderen Dichtern und Künstlern zum Gedicht „Palenquita, Palenquita“ (in Poetmag 09 und im Poetenladen, auch übersetzt ins Spanische) in der Galerie Open Berlin am 29sten Januar 2011. Übersetzt Gedichte aus dem Spanischen. Lyrik Debüt erscheint 2011 im Verlagshaus J. Frank Berlin.

www.poetenladen.de/jinn-pogy.htm

www.poetenladen.de/jinn-pogy.htm

Ach, was könnte man schon mit solchen Pfoten

in der Wildnis bunten Neonnebels kurz vor Vegas

um gestutzte Flügel mich beneiden

mich, Rosemary der imperialistischen Auslassung

mitten unter zwitschernden, goldenen Springmäusen

Ron Winkler, geboren 1973, studierte Germanistik und Mittelalterliche bis Neueste Geschichte in Jena, lebt als Lyriker und Übersetzer aus dem Englischen in Berlin. Herausgeber der Literaturzeitschrift intendenzen.

Verschiedene Auszeichnungen: 2005 Leonce und Lena-Preis.
2006 Arbeitsstipendium des Berliner Senats, erostepost-Literaturpreis, Mondseer Lyrikpreis.

Souvenirfahrt

für Jan Wagner

hinter ausgiebigen Schafen lagen Premium Highlands,
die Alphalandschaft war sofort erkennbar,
das adäquate Design: tektonischer Mittelstand
in seinen besten Jahren. du sprachst
von gemeinsamem mounting, einige egozentrische Pubs
später von manischer Ernte. wer weiß,
diese Fremde war eine intransitive
Heimat – und daher gefährlich. man hielt Malzkühe,
die sich wie Malzkühe verhielten. jeder Tag
enthielt vielleicht zehn Kilogramm Schönheit.
Sonnenaufgänge wie Monsune. Niederschläge manchmal
wie Licht, manchmal wie Substantive.
um uns herum so genannte Glenn-Gould-Vögel. seltsame
Fenster. auch sie basierten auf einer Chartersprache.
und überbrückten etwas, das fehlte.
beim Abschied blicktest du
ihnen merkwürdig viktorianisch nach.