An alle mit Praktikumstrauma: Heute liest unser Freund Markus Henrik im Kaffee Burger

5 Okt

„Copy Man. Ein Praktikanten-Roman“

Dienstag, 5. 10.

20.15 Uhr

5€

Im: Kaffee Burger

Torstraße 60

10119 Berlin Mitte

„Vor drei Jahren ging ein medialer Aufschrei durch Deutschland, die Generation Praktikum (oder auch Generation Prekariat) wurde ausgerufen und viele junge Menschen gingen auf die Straße und protestierten gegen unbezahlte Praktika und Ausbeutung am Arbeitsplatz, über 100.000 Unterschriften erhielt eine Petition zur Stärkung der Praktikantenrechte.

Geändert hat sich seitdem – nichts. Markus Henrik, geboren 1982, hat sich von Anfang an in dieser Bewegung engagiert, mehrere kritische Songs zu den brennenden Themen seiner Generation aufgenommen (und landete damit sogar auf Platz 1 der UniSpiegel-Campus Charts) und jetzt einen Roman geschrieben, der sich auf witzig-satirische Art mit dem Thema Praktikum auseinandersetzt und die revolutionäre Kraft des Web 2.0 (soziale Netzwerke, Twitter, Flashmobs) thematisiert. Der Roman Copy Man und eine neue Video-Blog-Serie von Markus Henrik zur „Generation Protest 2.0“ erscheinen im Februar 2010.“ (eichborn)

Kostprobe aus Copy Man:

»Herr Kiewicz, sie hören mir noch zu?«
Der Personalleiter Kremer riss mich unsanft aus meinem Tagtraum, in dem ich meine Festanstellung schon einmal vorfeierte.
»Nochmals meinen herzlichen Glückwunsch! Bevor alles unter Dach und Fach ist, steht ihnen allerdings noch eine zweiwöchige Probearbeit bevor. Unvergütet.«
Wie bitte? Nachdem ich mich innerlich bereits grenzenlos gefreut hatte, nach den vielen Versuchen und der langen Zeit des Wartens einen Job zu bekommen, war also doch noch ein Haken an der ganzen Geschichte.
»Drei Leute sollen zwei Wochen lang arbeiten. Aber nur einer bekommt dann den Job. Sind dann nicht die zwei ausgeschiedenen Bewerber hinterher kostenlose Arbeitskräfte für ihre Firma gewesen?«
Ich war von mir selbst überrascht, diese kritische Frage gestellt zu haben. Die vorausgegangen 15 Minuten hatte ich nämlich recht still im viel zu weichen Sessel vor dem dunkelbraunen Schreibtisch des Personalleiters gesessen.
»Schauen sie. Natürlich wird von allen in dem Zeitraum der volle Arbeitseinsatz erwartet, aber sie lernen ja auch von uns. Das ist eine reine Win-Win-Situation.«
Ja klar, Win-Win. Für seine Firma und ihn persönlich. Das Grinsen der beiden Kinder auf dem Familienbild auf der Fensterbank wurde hämischer. Der Menschenfänger Kremer rückte meine Bewerbungsunterlagen pedantisch zurecht und blickte mich erneut erwartungsvoll an. Anstatt in sein Gesicht schlug ich in seine Hand ein und nahm das Angebot an.

Mehr: Heute Abend, am 25.10. bei KREUZWORT oder unter www.markushenrik.de




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