Archiv | September, 2010

Debüt-Lesung: 27. 09., 20.30h

25 Sep

Am Montag, dem 27. September geben wir ab 20.30h unser Debüt im Schatzi Neuberg (Kottbusser Straße 13, zwischen den U-Bahn-Stationen Kottbusser Tor und Schönleinstraße). Der Eintritt erfolgt auf freiwilliger Basis.

Es lesen Lea Schneider, Tristan Marquardt und Tom Bresemann.

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Lea Schneider ist Mitglied im Lyrikzirkel „g13“. Teilnahme u.a. an open poems und diversen Workshops.

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Textprobe:

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für W.B. u.a.
Hinter den Wäldern, wo er Osteuropa verdrängte,
in Wegen oder auf Ecken manchmal bei den näheren
Grenzen hatte sich früher Gewissheit angesammelt, um
die sich Kreise zogen. Besonders in den beweglichen
Herbstabenden wanderte er dort und nahm manches für
Stellen
, denen Räume folgen konnten, Leere oder Musik
über diesem, das nicht laut genug aber immer war –
Gewisses, das sich für ihn umdeutete zu Wenden, hängen
blieb im Anschlag
Halbton also nur. Die Blätter fielen aber
erwartungsvoller je weniger Vergrundung
im entbrennenden Dickicht war.
Konzentrisch, ahnte er, ließe die
Mitte nicht frei, sondern leer.

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Tristan Marquardt ist Mitglied im Lyrikzirkel „g13“, Teilnahme u.a. an den open poems 2009/2010; Erstaufführung seines lyrischen Dramas „„Diskrete Eskapaden. Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke in Russland““ 2011 in Zürich.

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Textprobe:

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jetzt die sache mit dem einstieg sein lassen, auf dass die lücken
klaffen: wunden, überwunden, drastisch, und das etwas zu-
gesteuerte in die richtung unsrer mitte sein lassen, dem gefühlt
schaft-artigen der leiden land schaffen: emo-, sensa- und migra-
ins innere ende des lateins samt schein, etwas unbeholfen zu

sein. zweiter einsatz mit widersprüchlickeit als gewisser prämisse
der sinnlichkeit, sich zu zweit zu wissen/zu müssen, und über-
haupt müßig zu äußern, dass die erinnerung nicht kopflos trost-
sein wird
und nicht brotlos kunst, wie das o, im grunde des mun-
des, unter solchen umständen nur -halber einen andren ton haben

kann. aber dann: wissen wir zu fristen, zwischen a und o, als den
ausufernden ausrufen unseres inneren, und immerhin: haben wir
drei mal statt gefunden, waren nicht -lich und sind aus malen der
bewunderung verschwunden, ausgestiegen an der letzten möglich-
keit eines unterschiedes zwischen: verwundung und verwunderung.

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Sowohl Lea als auch Tristan tragen zu einem Blog bei, der hier zu finden und zu entdecken ist: http://gdreizehn.wordpress.com/

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Tom Bresemann, hat neben vielen Veröffentlichungen in diversen Magazinen und Anthologien auch einen eigenen Gedichtband veröffentlicht. Zudem ist er Mitbegründer S³ Literaturwerke und der Lettrétage.

Tom wird sich in von ihm bisher noch wenig erforschte Gebiete begeben und trägt Prosa vor.

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Textprobe:

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[…] Ankes Hintern schmerzt vor Kälte, und vom vielen Hin und Her auf der kalten, harten Holzbank, trotz des dicken Wintermantels, den sie über ihrem schwarzen Kleid bis nach unten zugeschlagen trägt, und trotz des Sitzkissens. Sie überlegt, doch noch schnell aufzuspringen und sich kurz um die Ecke in einen der Büsche zu schlagen, bevor es richtig losgehe, denn das Bedürfnis wird immer drängender, aber es ist schon zu spät, und als die Musik aussetzt, und die Bestatterin, die Anke vorher gar nicht bemerkt hatte, vor den Sarg schreitet, fast gleitend, als entsprünge sie einem Zombiefilm der 60er Jahre, und in grotesk perfekter Mimesis die gekrümmte Körperhaltung der Trauergäste nachempfindet, etwas vor sich hin murmelnd, muss Anke sich konzentrieren, um sich nicht in die Hosen zu machen, um nicht laut aufzulachen, vor allem jetzt, wo sich die Bestatterin zu den Gästendreht und ihre dünne Stimme anhebt:
Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt – Glücklich allein ist die Seele, die liebt. […]

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Hörprobe (hier Lyrik):

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http://www.randnummer.org/%F6ffentlicher_raum.mp3

(„Öffentlicher Raum“ erschien in der zweiten Ausgabe des grandiosen und preisgünstigen Randnummer Literaturheftes, zu finden und zu bestellen unter: www.randnummer.org)

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Wir freuen uns über jeden Zuschauer und -hörer und hoffen auf einen schönen Abend!

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Was ist eigentlich KREUZWORT?

22 Sep

KREUZWORT ist die neue Off(ene) Lesebühne im Schatzi Neuberg in Berlin-Kreuzberg. Von Lyrik, Prosa, Drama, Slam-Poetry bis hin zu essayistischen Texten – jeden 2. und 4. Montag im Monat sorgen sowohl namhafte als auch noch unbekannte Autoren für Gesprächsstoff. KREUZWORT ist ein Non-Budget-Projekt, das sich Experimente erlauben kann und auf rege Beteiligung setzt.

Eine neue Lesebühne in Berlin, das ist doch eigentlich zu viel des Guten, möchte man meinen. Das Angebot ist reichhaltig und jede Sparte findet ihr Forum. Warum also noch eine weitere Lesebühne – worum geht es bei KREUZWORT?

Wir setzen auf Vielfalt und wollen den kreativen Dialog fördern: Zwischen den Gattungen, Generationen und Erfahrungshorizonten der einzelnen Autoren und dem Publikum. Jungen, noch unveröffentlichten Schriftstellern soll eine Chance geboten werden, mit den etablierten Kollegen zusammen zu kommen, zu lesen und sich auszutauschen – etwas, wovon beide Seiten profitieren. Und selbstverständlich auch das Publikum, welches in intimer Atmosphäre neue Texte engagierter Autoren zu hören bekommt.

Deshalb braucht Berlin eine neue Lesebühne: Um abseits der etablierten Häuser ein Forum zu schaffen. KREUZWORT steht für den aktiven Austausch, und offene Experimentierfreude aus der Leidenschaft für gute, vielschichtige Literatur heraus.

Neben der Lesebühne betreuen wir noch einen Blog, den wir gerne mit Beiträgen von außerhalb füllen möchten.

Wir laden also jeden  Interessierten ein, diese Wortmeldung weiterzutragen, vorbeizukommen, zuzuhören, mitzumachen und selbstverständlich mit uns Kontakt aufzunehmen:

kreuzwort.berlin@googlemail.com

Außerdem gibt es uns auch bei Facebook.

www.facebook.com/